14:28 19 April 2019
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    In einer Montagehalle von Daimler

    Kartellvorwürfe: EU-Kommission durchsucht deutsche Autobauer

    © Foto: Daimler
    Wirtschaft
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    EU-Beamte haben deutsche Autohersteller wegen Kartellvorwürfen überprüft, hieß es am Montag von der EU-Kommission, ohne dabei konkrete Unternehmen zu nennen.

    Die Inspektionen seien ein erster Schritt bei den Ermittlungen und würden nicht bedeuten, dass sich ein Unternehmen etwas zu Schulden habe kommen lassen.

    Nur wenige Tage nach der Razzia bei BMW rückten die Ermittler der EU-Kommission am Montag auch bei Daimler und Volkswagen an. Die Beamten seien in Stuttgart, bestätigte eine Daimler-Sprecherin. Die Konzernzentrale sei nicht betroffen.

    „Wir haben eine angekündigte Nachprüfung der EU-Kommission. Die findet derzeit statt“, so die Sprecherin.

    Volkswagen teilte mit, die EU-Kommission habe Unterlagen in Wolfsburg und bei der Tochter Audi in Ingolstadt durchgesehen. Ob die EU-Kommission ein formelles Verfahren einleiten werde, sei noch unklar.

    Absprachen über technische Standards sind in der Automobilindustrie durchaus üblich. Die Frage ist, inwieweit dabei womöglich gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen wurde. Den EU-Regeln zufolge können Unternehmen straffrei ausgehen, wenn sie sich bei Wettbewerbsverstößen selbst offenbaren. Ansonsten drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes.

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    Kartell, EU-Kommission, BMW, Volkswagen AG, Daimler AG, Deutschland