21:56 24 Juni 2019
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    Verflüssigtes Erdgas

    Gaskauf bei Amerika nur bei günstigerem Preis als für Gas aus Russland – OMV-Chef

    © Sputnik / Mikhail Mordasov
    Wirtschaft
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    Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV ist laut seinem Vorstandsvorsitzenden Rainer Seele im Interesse der Kunden bereit, Flüssigerdgas in Amerika zu kaufen und es auf dem europäischen Markt zu begrüßen, dies aber nur, wenn es billiger als das Pipelinegas aus Russland, Norwegen, Holland und anderen Ländern sein sollte.

    Seele habe klargestellt,  dass die OMV das US-amerikanische Flüssigerdgas nur in dem Fall auf dem europäischen Markt begrüße, wenn der Preis günstig sei. Als ein Anhänger des freien Markts sagte er deutlich, dass  man das US-amerikanische Flüssigerdgas nur in dem Fall kaufen werde, sollte es zu einem besseren Preis als das Gas aus Holland, Deutschland, Norwegen, Russland etc. angeboten werden. Dann werde dies den Kunden zugutekommen, betonte Seele in seiner Rede bei der Podiumsdiskussion „Die Beziehungen zwischen der EU und Russland. Energie-Sicherheit-Wirtschaft“  in der Österreichisch-Russischen Freundschaftsgesellschaft.

    Die österreichischen Unternehmer hätten verschiedene Möglichkeiten einer Diversifizierung der Gaslieferungen erwägt, zum Beispiel den Gastransit durch die Ukraine, so Seele.

    Gehe es um die Diversifizierung, so brauche Österreich Gasquellen, die genauso sicher seien wie die russischen Gaslieferungen, meinte Seele und erinnerte daran, dass Österreich schon seit 50 Jahren Erdgas in Russland kaufe.

    Er hat auch unterstrichen, dass jeder zweite Kubikmeter Gas, das Österreich abbrenne und damit Energie gewinne, aus Russland und jeder zweite Kubikmeter mit dem Transit durch die Ukraine, die Slowakei, Tschechien ins Gas Hub Baumgarten komme.

    Es gehe vor allem darum, Österreich mit der günstigsten Energie zu versorgen. Deshalb werde das Land nicht einfach nachgeben, nur weil die europäische Energiepolitik sich mit der russischen nicht zusammenraufen wolle, so Seele weiter.

    Darüber hinaus hat der Unternehmer seine Position zur Absicht der EU-Kommission erläutert, einige EU-Regeln auch auf die künftige Pipeline Nord Stream 2 auszudehnen. Er nahm auch zu den Äußerungen der polnischen Behörden Stellung, dass das Pipelineprojekt angeblich die Energiesicherheit Europas bedrohe.

    Das Nord-Stream-2-Projekt sieht den Bau von zwei Unterwasser-Strängen durch die Ostsee zwischen Russland und Deutschland vor, deren Kapazität bei insgesamt 55 Milliarden Kubikmeter Gas jährlich liegen soll. Die neue Pipeline soll parallel zur ersten verlegt werden. Für die Umsetzung des Projekts ist eine formelle Zustimmung Russlands, Finnlands, Schwedens, Dänemarks und Deutschlands erforderlich.

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    Tags:
    Preis, Bau, Transit, Gas, Nord Stream 2, OMV, EU-Kommission, Österreich, USA, Russland