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    Russische Staatsanleihen für westliche Anleger unwiderstehlich

    © Sputnik / Alexei Danichev
    Wirtschaft
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    Russische Wertpapiere haben sich vor dem Hintergrund eines jähen Sturzes auf dem Markt für Eurobonds von Schwellenländern in der scheidenden Woche verhältnismäßig gut behaupten können, schreibt die Moskauer Tageszeitung "Iswestija" am Donnerstag.

    Die Nachfrage nach russischen Anleihen sei stabil gewesen, während die Anleger Papiere von Entwicklungsländern massiv abgestoßen hätten. „Die Umlaufrendite föderaler Anleihen – des Hauptinstruments der Schuldenpolitik des Staates – erreichte ein neues Minimum um die Marke von 7,5 Prozent. Das ermöglicht es dem Finanzministerium, Geld billiger zu leihen und die Stabilität des Rubelkurses zu gewährleisten. Geringere Renditen zeugen zudem von Hoffnungen des Marktes auf eine weitere Leitzinssenkung durch die Zentralbank in Moskau“, hieß es.

    Der Sturz auf Emerging markets Anfang der Woche resultierte aus der monetären Politik Europas und der USA, die Kreditbedingungen verschärft haben. Die Umlaufrendite zehnjähriger Papiere Südafrikas, Indonesiens, Mexikos und Brasiliens zog nach Angaben der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg um drei bis sieben Basispunkte und die der Türkei sogar um 19 Basispunkte an. „Das zeugt vom sinkenden Appetit ausländischer Investoren, die kein Risiko eingehen wollten.“

    Die Umlaufrendite russischer Eurobonds – auf Fremdwährungen lautender staatlicher Schuldverschreibungen – ist in dieser Ländergruppe am tiefsten Niveau. Je niedriger die Rendite, desto weniger Geld die Regierung für den Schuldendienst braucht. Die durchschnittliche Umlaufrendite russischer Papiere liegt derzeit bei 3,6 Prozent per anno, die der Bonds Mexikos bei 3,97 Prozent p. a., die Südafrikas bei 4,25 Prozent p. a., die Brasiliens bei 4,82 Prozent p. a., die der Türkei bei 5,52 Prozent p. a. und die Nigerias bei 6,22 Prozent p. a.

    Auch die auf die Inlandswährung lautenden russischen Wertpapiere blieben von der Verkaufswelle verschont.

    Für Freitag (27.10) ist eine weitere Sitzung der obersten Währungshüter in Moskau geplant. Die meisten Wirtschaftsexperten sind einhelliger Meinung, dass die Notenbank den Leitzins von derzeit 8,5 Prozent auf 8 Prozent senken wird.

    Denis Porywai von Raiffeisenbank ist der Ansicht, dass der gesamte Wertpapiermarkt der Entwicklungsländer durch den steigenden Leitzins in den USA belastet wird und russische Papiere früher oder später ebenfalls unter diesen Druck geraten könnten. Aber im Moment seien sie stabil genug. Der Grund: niedrige Außenschulden und der Aktivsaldo laufender Operationen.

    „Dabei finden westliche Investoren für auf den Rubel lautende russische Anleihen attraktiver, während auf Fremdwährungen lautende Papiere schwächer gefragt werden“, fuhr Porywai fort. „Die Umlaufrendite russischer Dollar-Bonds beträgt etwa 2,5 Prozent, während die der föderalen Anleihen bei rund 4,7 Prozent und somit höher liegt als die Rendite auf mehreren anderen Entwicklungsmärkten. Eben deshalb werden Rubel-Anleihen von westlichen Anlegern bevorzugt“, sagte der Analyst.

    Der Zentralbank zufolge hatten Devisenausländer im vergangenen September russische Schuldverschreibungen im Gesamtwert von rund 70 Milliarden Rubel (1,025 Milliarden Euro) gekauft. Fast die Hälfte davon entfiel auf den primären Markt für föderale Anleihen. Anfang September erreichte der Anteil ausländischer Anleger an den Inlandsverbindlichkeiten Russlands mit 31,6 Prozent bzw. 2,032 Billionen Rubel ein weiteres Hoch.

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    Tags:
    Staatsschulden, Wertpapiere, Eurobonds, Investoren, Zentralbank, Russland