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15:02 23 September 2019
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    Rosneft-Mitarbeiter bei Ölplattform nahe Schwarzem Meer (Archivbild)

    Rosneft stellt Arbeiten im östlichen Schwarzmeerraum unter Sanktionsdruck ein

    © Sputnik / Mikhail Klimentiew
    Wirtschaft
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    Russlands größter Ölkonzern Rosneft hat die Erkundungsarbeiten im östlichen Teil des Schwarzen Meeres unter massivem Sanktionsdruck einstellen müssen. Die föderale Agentur für Bodennutzung (Rosnedra) setzte die entsprechende Lizenz für fünf Jahre aus, sagte ein Konzernsprecher, der anonym bleiben wollte, der Agentur RBK.

    Es sei zum ersten Mal, dass Rosneft die Erkundungs- und Förderlizenz im Rahmen eines russischen Projekts verliere, wenn auch für fünf Jahre. Die Entscheidung führte der Sprecher vor allem auf die gegen Russland verhängten Sanktionen zurück, die dem Erwerb von Bohrausrüstung für die Erschließung von Öl- und Gasfeldern auf dem Festlandsockel des Schwarzen Meeres im Wege stehen.

    Den Angaben zufolge ist es auch technisch nicht möglich, den Termin der geologischen Erkundungsarbeiten zu verschieben, denn das Umweltministerium hatte bereits Ende 2016 die Entgegennahme entsprechender Anträge abgeschlossen. Am 5. Oktober bestätigte der Rosneft-Konzern auf seiner Website, dass die Lizenz ausgesetzt wurde. Die Lizenz galt bis zum 10. November 2040. In Übereinstimmung mit den daraus resultierenden Verpflichtungen hatte Rosneft bis 2022 im Revier zwei Bohrungen niederzubringen.

    Rosneft-Sprecher Michail Leontjew zufolge gab es mehrere Gründe für das Aussetzen der Lizenz: Sanktionen und die laufende Marktkonjunktur, die die Erschließung dieses Reviers nicht attraktiv mache.

    „Das Unternehmen wird sich auf die Erschließung im westlichen Schwarzmeerraum (Lagerstätte Val Shatskogo) konzentrieren, wo noch in diesem Jahr die Bohrinsel Scarabeo 9 des italienischen Konzerns Saipem zum Einsatz kommen soll.“

    Leontjew sagte ferner, dass die Arbeiten im östlichen Schwarzmeerraum nach der Verbesserung der Konjunktur und nach dem Erwerb von Bohrausrüstung wiederaufgenommen werden könnten. Es gehe um die Technik, die in der russischen Werft Swesda gebaut oder bei anderen Unternehmen geliehen werde.

    „Auf dem Ölservicemarkt mangelt es derzeit an Bohrinseln und sonstiger Ausrüstung, die den von Rosneft gestellten Anforderungen gerecht sind“, hieß es in einer Mitteilung des Konzerns.

    Für Ende Dezember 2017 oder Anfang 2018 plant Rosneft mit dem Abteufen von Aufschlussbohrungen im westlichen Schwarzmeerraum im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit dem italienischen Energiekonzern Eni. Im vergangenen Mai hatte eine italienische Delegation Moskau besucht. Dabei wurde ein Abkommen über eine intensivere Kooperation bei Exploration, Förderung, Verarbeitung, Marketing und Handel sowie in der Petrochemie in Russland und anderen Ländern unterzeichnet. Dabei bekräftigen die Partner ihre aus gemeinsamen Projekten im Schwarzen Meer und in der Barentssee resultierenden Verpflichtungen, Bohrungen niederzubringen.

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    Tags:
    Einstellung, Ölförderung, Sanktionen, Rosneft, Schwarzes Meer, Russland