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04:31 18 August 2019
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    Mitarbeiter der russischen Ölfirma Rosneft in der Arktis (Archivbild)

    Russlands Öl-Geschäft: US-Firmen dürfen nirgends mehr mitmischen - oder?

    © Sputnik / Pressedienst von Rosneft
    Wirtschaft
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    US-Firmen dürfen bei künftigen Förderprojekten russischer Öl- und Gaskonzerne nicht mehr mitmachen – auch wenn es um Vorhaben außerhalb Russlands geht. Das US-Finanzministerium gibt dies in einer neuen Richtlinie vor, wie die Zeitung „RBC“ berichtet.

    Sanktionen gegen russische Öl- und Gaskonzerne hatte der ehemalige US-Präsident Obama in 2014 verhängt. Der amtierende Staatschef Donald Trump unterzeichnete dann im August dieses Jahres ein Gesetzt über deren Ausweitung.

    Jetzt hat das US-Finanzministerium eine entsprechende Richtlinie erlassen, die genau regelt, gegen wen die erweiterten Sanktionen gerichtet und wie sie umzusetzen sind.

    Die Obama-Sanktionen hatten es Firmen aus den USA untersagt, Waren, Dienstleistungen und Technologien für Öl- und Gasförderprojekte auf russischem Boden zu liefern, sofern russische Konzerne daran beteiligt sind, die auf der US-Sanktionsliste stehen – nämlich Rosneft, Gazprom, Gazprom Neft, Lukoil und ihre Tochtergesellschaften.

    Diese Sanktionen bleiben bestehen, die neue Regel aber greift auch bei Projekten außerhalb Russlands. Wenn Rosneft beispielsweise in Brasilien oder Venezuela Lagerstätten erschließt, dürfen US-Firmen sich daran eigentlich nicht beteiligen – auch nicht als Zulieferer. 

    Ein Schlupfloch lässt das US-Finanzministerium aber offen: Das Verbot gilt nur, wenn ein russischer Konzern von der Sanktionsliste mit mehr als 33 Prozent am Projekt beteiligt ist oder über eine Stimmenmehrheit verfügt. Ein weiteres Detail: Ausgeschlossen ist die Kooperation laut der Zeitung dann, wenn das Vorhaben am 29. Januar 2018 oder später beginnt.

    Mit anderen Worten: An russischen Förderprojekten, die vor dem genannten Datum außerhalb Russlands starten, dürfen US-Konzerne mitwirken. Als Startpunkt setzt das US-Finanzministerium nicht etwa die erste Bohrung fest, sondern die Erteilung der entsprechenden Genehmigung für die Erkundung oder Erschließung einer Lagerstätte.

    Hat einer der Projektpartner so eine Genehmigung erhalten, entfallen die Einschränkungen, wie die Zeitung schreibt.

    Konkretes Beispiel: Hat ein Land seinem Staatskonzern eine Genehmigung zur Erschließung eines Öl- oder Gasfelds vor dem 29. Januar 2018 erteilt, darf dieser Konzern russische Partner auch später mit ins Boot holen, ohne auf die Zusammenarbeit mit US-amerikanischen Firmen verzichten zu müssen.

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    Tags:
    Gefahr, Ölförderung, Sanktionen, US-Finanzministerium, Rosneft, LUKoil, Gazprom, Barack Obama, USA, Russland