22:57 24 November 2017
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    Verladung der Rohre für die Gaspipeline Nord Stream 2 (Archivbild)

    „Unlauterer Wettbewerb“: Moskau zu Politisierung von Nord Stream 2

    © AP Photo/ Frank Hormann
    Wirtschaft
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    Der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow hat am Mittwoch die Versuche, das Pipelineprojekt Nord Stream 2 zu politisieren, als „Ausdruck von unlauterem Wettbewerb“ bezeichnet.

    „Nord Stream 2 ist ein geschäftliches Projekt. Die Versuche, es zu politisieren, juristische Ansatzpunkte zu finden, um etwas in Frage zu stellen, zusätzliche Akteure einzuschalten, um zu erörtern, was man mit Nord Stream 2 tun darf und muss, sind nicht mehr als ein Ausdruck von unlauterem Wettbewerb“, sagte Rjabkow.

    Er fügte hinzu, Moskau schließe nicht aus, dass die USA weiter dem Projekt sowie offen als auch hinter geschlossenen Türen entgegenarbeiten würden.

    „Es ist ein Teil ihrer Politik, und sie sprechen darüber direkt und ungehemmt. Wir werden ihnen auch ganz direkt und eindeutig sagen, dass wir vom gesunden Menschenverstand und der wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit ausgehen werden“, betonte der Vize-Außenminister.

    „Wir werden die Dinge beim Namen nennen und, wenn es nötig ist, wie in dieser Situation, ohne Zurückhaltung unterstreichen, dass der amerikanische Kurs nicht von denjenigen Motiven diktiert wird, die sie in den Mittelpunkt rücken wollen. Dieser Kurs ist äußerst egoistisch und zynisch gegenüber der restlichen Weltgemeinschaft. Dieser Kurs basiert auf der Überzeugung von der eigenen Ausschließlichkeit und auch auf der Überzeugung davon, dass man in der internationalen Arena alles tun darf, was man will“, so Rjabkow.

    Das Nord-Stream-2-Projekt sieht den Bau von zwei Strängen auf dem Ostseeboden zwischen Russland und Deutschland vor, deren Kapazität bei insgesamt 55 Milliarden Kubikmetern Gas jährlich liegen soll. Die neue Pipeline soll parallel zur ersten verlegt werden.

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    Projekt, Politisierung, Nord Stream 2, Außenministerium Russlands, Sergej Rjabkow, USA, Russland