01:02 05 April 2020
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    Nach der Veröffentlichung der Rechercheergebnisse zu den „Paradise Papers“ hat der Professor für Internationale Politik an der City-Universität London, Ronen Palan, gegenüber Sputnik Publikationen über den neuen Skandal um die Geschäftsbeziehungen zwischen US-Handelsminister Wilbur Ross und dem russischen Petrochemie-Konzern Sibur kommentiert.

    „Das ist die Information über sogenannte stark geregelte Steuerhäfen – die Kaimaninseln, die Bermudas und Singapur, die vor allem von der Londoner City genutzt werden. Diese Information erhellt, was mit dem Kapital aus den USA und Europa passiert“, so der Professor zu den Paradise Papers.

    Außerdem kommentierte Palan amerikanische Investitionen in den russischen Petrochemie-Konzern Sibur. Er verwies darauf, dass es dabei keinen juristischen Verstoß gegeben habe:

    „Das ist absolut legal, in Offshore-Finanzplätze auf den Kaimaninseln, auf den Bermudas oder auf den britischen Jungferninseln zu investieren. Jeder US-Bürger kann über diese konkreten Firmen absolut legal in Russland investieren.“

    Dabei betonte er, dass er nicht vorhersagen könne, wie diese Situation die Beziehungen zwischen Washington und Moskau beeinflussen könne, und erklärte dies damit: „Es ist sehr schwierig, die administrative Trump-Politik zu prophezeien. Trump ist nicht besonders konsequent und hat widersprüchliche Einstellungen.“

    Zur Frage, ob Steuerumgehungen verhindert werden könnten, sagte der Professor Folgendes:

    „Wenn die EU und USA die Steuerhäfen vereinbaren, wenn sich China anschließt, dann können wir das Problem der Steuerumgehung lösen.“

    Die Berichte über Ross sind Teil der Paradise Papers, einem umfassenden Datenbestand über die Nutzung von Steueroasen. Die mehr als 13 Millionen Dokumente hat das investigative Journalistennetzwerk ICIJ, das unter anderem einen Fonds von George Soros finanziert, am Sonntag veröffentlicht. Demnach hat eine Reederei des US-Ministers Ross, Navigator Holdings Ltd., mit dem russischen Petro-Chemiekonzern Sibur Geschäfte abgewickelt.

    In den Paradise Papers werden 120 Politiker erwähnt, darunter der kanadische Premier, Vertreter der Administration von Donald Trump, die britische Queen Elizabeth II. sowie die Unternehmen Apple und Uber.

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    Tags:
    Skandal, Paradise Papers, Sibur, Donald Trump, USA, Russland