06:41 14 Dezember 2019
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    Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreichs (Archivbild)

    „Wir sind in einer Sandwichposition“: WKO-Chef fordert mehr Kooperation mit Russland

    © AP Photo / Ronald Zak
    Wirtschaft
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    Der Präsident der Wirtschaftskammer Österreichs, Christoph Leitl, hat sich für die Schaffung einer transkontinentalen Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok ausgesprochen. In einem Interview für den ORF kritisierte er den Druck, den die USA und China auf Europa ausüben, und rief auf, die wirtschaftliche Kooperation mit Russland zu fördern.

    „Ich bin ein Anhänger dessen, dass die Wirtschaft Verbindungen schafft, wo es politische Konflikte gibt, um dann diese politische Konflikte zu lösen zu helfen“, sagte Leitl im ORF-Interview.

    Als Beispiel führte er die Ukraine an: „Das arme Land ist in der Mitte. Die Hälfte tendiert zu Russland, die andere Hälfte zu Europa. Es ist zerrissen. Mit einer Freihandelszone mit Russland und der Ukraine könnten Urängste der Russen beseitigt werden“.

    Leitl schlug vor, eine transkontinentale Freihandelszone zu schaffen um dem Druck seitens Chinas und der USA zu widerstehen. „Wir könnten eine transkontinentale Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok schaffen, wo wir im Globalisierungsprozess ohnedies unter Druck zwischen den Chinesen, die jetzt stark werden wollen, und den Amerikanern sind. Wir sind hier in einer Sandwichposition“.

    Auf die Frage, ob die EU-Sanktionen gegen Russland aufgehoben oder gelockert werden sollen, antwortete Leitl: „Ich bin dafür, dass beide Seiten, Schritt für Schritt, reduzieren. Das heißt, es geht nicht darum, ob man heute aufhebt oder nicht, sondern beide Seiten sollen reduzieren, Schritt für Schritt, und damit in ein Vertrauensverhältnis hineinzukommen“.

    Der WKO-Chef äußerte zudem die Hoffnung auf eine Förderung der wirtschaftlichen Kooperation mit Russland. Er merkte an, der Europäischen Wirtschaftskammer würden 45 Länder angehören, unter anderem Russland, die Schweiz, Norwegen, die Ukraine und die Türkei.

    „Eine wirtschaftliche Kooperation, so eng wie möglich, würde uns im globalen Wettbewerb so viele Ängste nehmen, dass wir von den Amerikanern und den Asiaten überfahren werden. Das ist eigentlich eine faszinierende Perspektive“, so Leitl.

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    Tags:
    Globalisierung, Kooperation, Freihandelszone, Zusammenarbeit, Sanktionen, Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, Österreich, Russland