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06:37 22 August 2019
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    Bayer AG

    Bayer: Russland könnte Entstehung des weltgrößten Saatgutherstellers blockieren

    © REUTERS / Ina Fassbender/File Photo
    Wirtschaft
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    Die russische Antimonopolbehörde FAS könnte den deutschen Konzern Bayer dazu zwingen, Technologien mit russischen Landwirten zu teilen, wenn der Konzern den US-Agrarriesen Monsanto auch auf dem Territorium der Russischen Föderation tatsächlich übernehmen will.

    Die russische Antimonopolbehörde FAS hat beschlossen, dass der deutsche Konzern Bayer russischen landwirtschaftlichen Betrieben den Zugang zu verschiedenen Technologien im Bereich der Selektion gewähren soll, die notwendig sind, um neue Samensorten und Saatguthybriden für das russische Klima züchten zu können.

    Ebenfalls soll der Pharma- und Chemiekonzern russischen Agrarunternehmen den Zugang zu einigen Datenbanken verschiedener digitaler Landwirtschafsplattformen gewähren.

    Die FAS hat diese Bedingung an Bayer gestellt, um die Übernahme des US-Landwirtschaftsgiganten Monsanto durch den deutschen Konzern auf dem Gebiet der Russischen Föderation zuzulassen. Nur so sei man bereit, dem umstrittenen Bayer-Monsanto Deal zuzustimmen. Die entsprechende Mitteilung wurde auf der Internetseite der russischen Antimonopolbehörde veröffentlicht.

    Begründet wird dies damit, dass der Kauf von Monsanto durch Bayer zu erheblichen negativen Auswirkungen auf den Wettbewerb auf dem russischen Agrarmarkt führen könnte. Um diese auszuschließen, müssen alle Risiken für einen gerechten Wettbewerb ausgeschlossen werden.

    Diese betreffen nämlich vor allem den Markt für modifizierte Samen, Pflanzenschutzmittel, selektierte Samensorten sowie verschiedene Software im Bereich der Agrarwirtschaft. Nur durch die Übergabe dieser Technologien an einheimische Landwirte werde ein fairer Wettbewerb möglich sein, so die russische Kontrollbehörde.

    Die Maßnahme soll detailliert mit Vertretern der russischen Regierung, Vertretern russischer Unternehmen sowie russischen Wissenschaftlern abgesprochen sein.

    Um diese Auflagen zu erfüllen und Monsanto in Russland tatsächlich übernehmen zu dürfen, wird Bayer nun innerhalb von drei Monaten einen Vertrag mit einer von der FAS bestimmten Kontrollbehörde abschließen müssen, die die Übergabe der Technologien und den nicht-diskriminierenden Zugang zu Datenbanken verschiedener digitaler Landwirtschafsplattformen überwachen wird.

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    © Sputnik / Marcel Joppa
    "Stop Bayer Monsanto" - Berlin geht gegen US-Konzern auf die Straße

    Monsanto, gegründet 1901 im US-Bundesstaat Missouri, war einst maßgeblich beteiligt am Chemiewaffen-Einsatz im Vietnamkrieg. Der Konzern ist laut Experten verantwortlich für die systematische Zerstörung der Artenvielfalt von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen durch gentechnisches Saatgut. Der Name Monsanto steht in Verbindung mit stark umstrittenen Lebensmittelzusatzstoffen wie Saccharin und Aspartam, sowie mit dem möglicherweise krebserregenden Pestizid Glyphosat.

    Im Mai 2016 hatte das deutsche Pharmaunternehmen Bayer verkündet, den US-Konzern Monsanto übernehmen zu wollen.

    Bayer-Logo
    © REUTERS / Marco Bello/File Photo TPX IMAGES OF THE DAY
    Mit der 66 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme entsteht der mit Abstand größte Agrar-Konzern der Welt. Bei den Pestiziden erreichen Bayer und Monsanto zusammen einen Marktanteil von rund 25 Prozent, bei dem Saatgut für gentechnisch veränderte und konventionelle Ackerfrüchte einen Anteil von rund 30 Prozent.

    Auch die EU hatte vor, die Übernahme des US-Konzerns durch den deutschen Chemie-Riesen wegen „vorläufiger Bedenken“ genauer unter die Lupe zu nehmen. Begründung: Die EU-Kommission sei darüber besorgt, dass die Megafusion den Wettbewerb im Agrar-Bereich beeinträchtigen könnte.

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    Tags:
    Technologie-Transfer, Monopol, Gentechnik, Wettbewerb, Russische Antimonopolbehörde FAS, Bayer, Monsanto, Deutschland, USA, Russland