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11:33 13 November 2019
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    Auftritt der Feuer-Fakire in Libanon (Archivbild)

    Libanon – neue Front des globalen Gaskriegs

    © AFP 2019 / Ramzi Haidar
    Wirtschaft
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    Im großen Gaskrieg sind inzwischen zwei verschiedene Fronten entstanden: die relativ ruhige Nordfront in der Ukraine und die unruhige Südfront in Syrien – und an beiden Fronten erleidet der Westen Verluste.

    Der Libanon könnte aber zur dritten Front werden, und der Westen hofft, dass seine Verluste sich dort rentieren werden, heißt es in einem Beitrag auf der Website vestifinance.ru.

    Am Montag erklärte Saudi-Arabien, dass der Libanon den Krieg gegen Riad begonnen hätte – angesichts der Angriffe der libanesischen schiitischen Organisation Hisbollah gegen das Königreich.

    Zuvor hatte Israel, das lange inoffizieller „Freund“ Saudi-Arabiens in der Region blieb, erklärt, es wäre zu einem neuen Krieg gegen den Libanon, genauer gesagt gegen die Hisbollah bereit.

    Aber warum ausgerechnet jetzt und ausgerechnet der Libanon? Die Herrscher Saudi-Arabiens, des dominierenden sunnitischen Landes, erklären: Weil die Hisbollah eine schiitische terroristische Organisation sei. Wortwörtlich heißt „Hisbollah“ so viel wie „Die Partei Allahs“ bzw. „Die Partei Gottes“.

    Früher hatte der saudische Minister für die Angelegenheiten der Golfregion, Tamer al-Sabhan, die Hisbollah als „libanesische Partei des Teufels“ bezeichnet. Dabei glaubt nicht nur er so: Die USA, Israel, die Arabische Liga, Großbritannien und die EU halten die Hisbollah-Kämpfer für Terroristen. Die Hisbollah gehört auch der libanesischen Region an und verfügt über Sitze im Parlament.

    Aber der Hauptgrund für den Krieg gegen die Hisbollah ist vermutlich die Tatsache, dass durch den Libanon jede Pipeline gehen wird, durch die iranisches Erdgas nach Europa befördert werden könnte. Deshalb bemüht sich der Westen um die Befreiung des syrischen Volkes – und will jetzt auch das libanesische Volk retten.

    Nachdem Saudi-Arabien, der Westen, die sunnitischen Staaten der Golfregion und Israel die Syrer nicht befreien konnten, versuchen sie alle jetzt, zu prüfen, ob sie die mit dem Gashandel verbundenen Ambitionen des Irans unterbinden können, indem sie die Libanesen von ihrer Regierung „befreien“.

    Und man sollte sich nicht wundern, falls man bald hört, wie die Oppositionskräfte die Regierung in Beirut oder wenigstens die Hisbollah verurteilen. Diese Gruppierungen dürfen mit der Unterstützung ihrer amerikanischen und regionalen Anhänger wie Saudi-Arabien rechnen. Wenn man die Situation in diesem Land betrachtet, sieht man, dass die Kriege in den benachbarten Ländern Jemen und Syrien binnen einer ziemlich kurzen Zeit ausbrachen. Zunächst Katar und dann Libyen wurden zu Anhängern der Terroristen abgestempelt. Saudi-Arabien ist inzwischen kein Land mehr, das von Verbündeten oder wenigstens von Ländern umgeben wäre, mit denen Riad positive diplomatische Beziehungen pflegt. Jetzt ist es von lauter Feinden umkreist. In diesem Sinne ähnelt Saudi-Arabien Israel.

    Das Gas bestimmt natürlich nicht absolut alles. In vielen Hinsichten ist es nur einer von vielen Faktoren – nur ein Mittel im regionalen und globalen Kampf um die politische Macht. Für Riad ist das die Basis des Kampfes um die regionale Vormacht gegen Katar. Für die Amerikaner geht es dabei um den regionalen Kampf um die politische Herrschaft und Kontrolle über Gaslieferungen nach Europa gegen Russland.

    Washington schloss sich Riad an. Russland und China unterstützten dagegen Katar. Katar versetzte den entscheidenden Schlag im Kampf um die Herrschaft und die Bildung einer neuen Machtstruktur in Katar, als es das einzige Clearing-Zentrum in der ganzen Region für die Schließung von Gasverträgen in Yuan gründete.

    Die jüngsten turbulenten politischen Ereignisse in Saudi-Arabien zeugen von den internen Auseinandersetzungen zwischen den Kräften, deren einzige Hoffnungen damit verbunden sind, dass das Königshaus in Riad auch weiterhin enge Kontakte mit Amerika pflegen wird – und dementsprechend mit Israel und den Kräften, die die Aufmerksamkeit auf Russland und China umschalten können.

    Die Kriege im Jemen, in Syrien und (möglicherweise) im Libanon werden diese zwei potenziellen Zukunftsvarianten für das Saud-Haus voneinander trennen.

    Für Israel würde das Krieg und Bodentruppen bedeuten. Die Amerikaner würden ihm sicherlich in der Luft helfen, aber auf dem Boden würden ausgerechnet die Israelis ihr Blut vergießen.

    Was würde dann Russland tun? Es ist unwahrscheinlich, dass es seine Kräfte in den Libanon einführen würde, könnte aber Beirut aus der Luft helfen, zumal seine Kampfjets in Syrien stationiert sind.

    Für den Iran ist die Versuchung groß, seine Truppen (oder wenigstens „Berater“) dorthin zu schicken – oder wenigstens seinen Fanatikern zu „erlauben“, das zu tun. Und das wäre an sich ein Teil des Plans, den die Amerikaner haben: Den Iran mit versprochenen Krediten zu „verführen“ und dann wieder zu erklären, Teheran wäre der Sponsor des internationalen Terrorismus, und entsprechende „Beweise“ vorzulegen. Die Amerikaner wollen schon seit langem die Konfrontation mit dem Iran und suchen nach einem Vorwand. Der große Gaskrieg ist noch nicht beendet. Bald könnte eine neue Front eröffnet werden. Die Front, die zum Ausbruch eines noch größeren Konflikts führen könnte.

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    Tags:
    Blockierung, Einstellung, Bau, Gaspipeline, Hisbollah, Arabische Liga, EU, Europa, Libanon, Israel, Iran, Saudi-Arabien