08:56 13 Dezember 2019
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    „Kraft Sibiriens“ - Pipeline (Archiv)

    China und USA wollen LNG-Werk auf Alaska bauen - Alternative zu „Kraft Sibiriens“?

    © Foto : Gazprom
    Wirtschaft
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    China und die USA haben ein Abkommen über den Bau einer Fabrik zur Verflüssigung von Erdgas (LNG) auf Alaska unterzeichnet. Das meldet die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg.

    Das 43 Milliarden US-Dollar teure Projekt dürfte zu einer Alternative zur russischen Gaspipeline „Kraft Sibiriens“ werden. Das LNG-Werk auf Alaska soll jährlich bis zu 20 Millionen Tonnen LNG produzieren. Diese Menge kommt 27,6 Milliarden Kubikmeter Gas gleich. Das Abkommen kam während des jüngsten Besuchs von US-Präsident Donald Trump in Peking zustande.

    Ihre Unterschriften unter das Dokument setzten Topmanager von China Petrochemical Corp., besser bekannt unter den Namen Sinopec Group, und der Alaska Gasline Development Corp. Laut Plänen sollen Gasfelder im Norden von Alaska mit dem LNG-Werk im Süden des US-Bundeslandes durch eine 800 Meilen lange Pipeline verbunden werden. Flüssiggas wird dann auf Tanker umgeschlagen und nach China verschifft. Am Projekt sind auch die Behörden von Alaska, die China Investment Corp. und die Bank of China Ltd. beteiligt.

    „Der Plan ist noch nicht komplett gebilligt“, sagte Alaska-Gouverneur Bill Walker. „Es sollen noch einige wichtige Schritte getan werden, um das endgültige Abkommen zustande zu bringen. Aber der unterzeichnete Vertrag ist schon ein gewisser Durchbruch: Das Dokument wurde von fünf wichtigsten Akteuren unterschrieben: Käufer, Kreditnehmer, Gläubiger, Projektierer und Behörden“, sagte Walker.

    Für den Bau der Pipeline wird Alaska Gasline zuständig sein. Unternehmenschef Keith Meyer teilte mit, dass Sinopec im Austausch gegen 75 Prozent des durch die Pipeline zu liefernden Gases in deren Bau einsteigen könnte.

    Der Vorstandschef des russischen Gaskonzerns Gazprom, Alexej Miller, hatte China am 1. November vor einem möglichen Mangel an Gas gewarnt. LNG-Lieferungen an China würden den Gashunger des Reichs der Mitte kaum stillen können, sagte er.

    Derzeit baut Gazprom die Gaspipeline „Kraft Sibiriens“, durch die jährlich bis zu 38 Milliarden Kubikmeter Gas von Feldern im Gebiet Irkutsk und der Teilrepublik Jakutien nach China und in den Fernen Osten Russlands transportiert werden sollen. Der zwischen Russland und China geschlossene Vertrag im Gesamtwert von 400 Milliarden US-Dollar hat eine Laufzeit von 30 Jahren. Erstes Gas dürfte bereits 2018 fließen.

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    Tags:
    Alternative, LNG, Bau, Russland, USA, China