15:59 11 Dezember 2017
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    Eisenbahnkonzern Österreichs (ÖBB)

    Von Wien über Russland nach China – zweimal schneller

    © Foto: ÖBB/Bönsch
    Wirtschaft
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    Eine neue Eisenbahnstrecke soll Mitteleuropa mit Russland und China verbinden. Die chinesische Initiative „Ein Gürtel – eine Route“ wird von den Eisenbahnkonzernen Österreichs (ÖBB) und Russlands (RZD) verwirklicht. Die Kosten für die 400 Kilometer lange moderne Strecke von Wien bis Košice in der Slowakei werden auf 6,5 Milliarden Euro geschätzt.

    Die Organisation von regelmäßigen Bahntransporten aus Westeuropa über Russland nach China werde zur Bildung der großangelegten kontinentalen eurasischen Partnerschaft beitragen, sagte Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der größten staatlichen Eisenbahngesellschaft Österreichs ÖBB bei der Präsentation des neuen Projekts in Moskau.

    Die chinesische Initiative aus dem Jahr 2013 „Ein Gürtel – eine Route“ beruht auf der Idee, China und Zentralasien mit Europa zu verbinden. Das Ziel des Projektes sei es, die größten Märkte der Welt zu erschließen, so Matthä. 

    „Man müsse entsprechend die Logistik und Netzwerke in Europa aufbauen, die vor allem die Häfen an der Nordsee – Rotterdam, Antwerpen, Hamburg – mit den Häfen an der Adria verbinden und andererseits von Polen nach Oberitalien und mittlerweile darüber hinaus in Richtung Russland und China. Hier existiert eine sehr leistungsfähige Transportroute über das russische und kasachische Staatsgebiet. Die maritime Seidenstraße, über die die Container auf Schiffen 30 Tage transportiert werden, wird durch eine Landstraße mit Transportzeiten bis zu 16 Tagen ersetzt.“ 

    Die Österreichische Bundesbahn sieht sich als einen starken Teil der sogenannten Nördlichen Seidenstraße, die auf der Transsibirischen Eisenbahnstrecke die Bahnströme zwischen China und Europa trägt. Ein technischer Nachteil ist die unterschiedliche Gleisspurbreite Mitteleuropas und Chinas einerseits und Russlands und Kasachstans andererseits. Dies erfordert ein Umladen aller Eisenbahnzüge an der Grenze. Diese Schwierigkeiten sollen beseitigt werden. Es wird geplant, den sogenannten russischen Breitspur bis in den Raum Wien zu erweitern. Im Rahmen des Projekts werden der Bau neuer Bahnstrecken und eine erhebliche Modernisierung alter Strecken durchgeführt.

    Die Eisenbahngesellschaft Österreichs ist eine der vier Partner beim Bau des Eisenbahnkorridors von Wien bis Košice in der Slowakei. Mit dem Bau soll 2022 begonnen werden. Man rechne mit einer Bauzeit von etwa zehn Jahren, sagte der ÖBB-Chef im Interview für Sputnik.

    „Die heutigen Planungen sehen vor, dass für die gesamten Investitionen, also für die 400 Kilometer lange Strecke von Wien bis Košice sowie für die Errichtung von zwei Terminals, etwa 6,5 Milliarden Euro zu kalkulieren sind. Es ist hier eine gemeinsame Gesellschaft von Russland, der Ukraine, der Slowakei und Österreich gegründet worden, die an den Plänen arbeitet. Innerhalb des Projektes findet eine gute Zusammenarbeit zwischen den Eisenbahnern dieser vier Länder statt. Zwischen der russischen Eisenbahngesellschaft RZD und der österreichischen ÖBB pflegen wir eine sehr gute Interaktion, das soll auch in der Zukunft so bleiben.“

    Natalia Pavlova

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    Tags:
    Bahn, Partnerschaft, RZD-Bahnkonzern, Österreich, Russland, China
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