04:31 16 Dezember 2017
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    Sibirien (Symbolbild)

    In Sibirien Kryptogeld gewinnen: Bitcoin-„Schürfer“ ziehen nach Russland

    © RIA Novosti. Alexander Piragis
    Wirtschaft
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    Billiger Strom lockt hunderte Unternehmer nach Russland, die sich mit Bitcoin-Mining beschäftigen wollen. Dank dem Verkauf von freien Kapazitäten des russischen Energiesystems an Kryptogeld-„Schürfer“ wird das Land mehrere Milliarden Euro verdienen.

    Um digitale Währung zu generieren, ist enorm viel Rechenleistung nötig. Jede Transaktion wird in der Bitcoin-Blockchain gespeichert. Dazu wird aus dem vorangegangenen Hashwert sowie den neu dazukommenden Daten ein neuer Hash errechnet, um Manipulationen vorzubeugen. Der jährliche Stromverbrauch für das Schürfen liegt derzeit schätzungsweise bei 29,05 Terawattstunden oder 0,13 Prozent des gesamten weltweiten Stromverbrauchs, so das Portal Digiconomist. Das übersteigt den Stromverbrauch einiger Länder.

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    Laut ausländischen Besitzern von Server-Farmen zum Schürfen der Digitalwährung kostet die Bitcoin-„Gewinnung“ in Russland um ein Vielfaches weniger als in Europa.

    „Alles hängt vom Strompreis ab. In Russland sind die Tarife drei- bis viermal niedriger als in den EU-Ländern. Eine Kilowattstunde kostet in der EU 0,1 bis 0,2 Euro, wobei sie in Russland nur 0,03–0,04 Euro beträgt. Dort hängt alles auch von der Region ab. Sibirien interessiert uns beispielweise: Dort sind die Strompreise günstiger als in Zentralrussland“, teilte der Geschäftsführer eines großen Mining-Zentrums in Tschechien mit.

    Die Russische Assoziation für Kryptowährungen und Blockchain (RAKIB) bekam Mitte November 40 Anträge – meistens von Firmen und selbstständigen Schürfern aus der EU und China – in Russland die Ausrüstung für Bitcoin-Mining zu installieren.

    Die monatlichen Einnahmen einer großen Kryptofabrik können eine Million Dollar übersteigen, in Russland befinden sich bereits Hunderte solcher Fabriken, sagte RAKIB-Präsident Jurij Pripatschkin zu Sputnik.

    „Unser Land hat Energieressourcen, die sich vorteilhaft an Miner verkaufen lassen. Das ist tatsächlich ein neuer Markt für Energieunternehmen und es ist wichtig, die Rechtsbasis vorzubereiten, für solche ausländische Investoren ist eine ermäßigte Besteuerung möglich“, so Pripatschkin.

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    Der Anschlusswert des russischen Energiesystems betrug 2016 Russlands Energieministerium zufolge 244,1 Gigawatt, die Höchstbelastung lag aber erst bei 154,3 Gigawatt. Zur Auslastung der jetzigen freien Kapazitäten sollen rund 1,7 Billionen Rubel (24,5 Milliarden Euro) in die Wirtschaft investiert werden.

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    Tags:
    Kryptowährung, Bitcoin, China, EU, Sibirien, Russland