19:50 11 Dezember 2017
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    Berlin-Moskau-Peking: China stützt künftige Machtachse mit Milliarden

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    Wirtschaft
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    Eine Milliarde Dollar will Peking in die Förderung Mittel- und Osteuropas investieren. Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang hat dies auf dem China-Mittel-Ost-Europa-Gipfel (16+1) in Budapest erklärt. Es entstehe eine Machtachse als Gegengewicht zu den USA, meint dazu der russische Ökonom Nikita Issajew .

    Eine Milliarde Entwicklungshilfe für Mittel- und Osteuropa, das sei noch lange nicht alles, was Peking den Ländern der Region anbiete, sagte Issajew dem Portal „rueconomics“. Die Gipfelteilnehmer wollten auch einen gemeinsamen Bankenverbund gründen, wofür die chinesische Entwicklungsbank weitere zwei Milliarden bereitstelle.

    Dass China das Finanzsystem Osteuropas und Europas insgesamt derart unterstützen wolle, sei längst keine Überraschung mehr, sagte der Wirtschaftswissenschaftler Issajew:

    „Peking hat bereits investiert, in das Projekt ‚One Belt, One Road‘ und in die europäischen Länder als seinen größten Absatzmarkt – alles in allem 300 Milliarden Dollar. Bis 2025 steigen die chinesischen Investitionen auf eine Billion Dollar.“

    Damit investiere China sogar mehr in Europa als die Vereinigten Staaten einst mit ihrem Marshallplan. „Die Amerikaner hatten, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, 800 Milliarden Dollar bereitgestellt“, so der Analyst.

    Die Gründe für dieses Engagement lägen auf der Hand: China sei sich darüber im Klaren, dass es für den Widerstand gegen die USA Verbündete brauche. Das Bündnis mit Russland sei China dafür nicht genug:

    „Russlands Wirtschaft ist ja vergleichsweise klein, zumal gegen Russland Sanktionspolitik betrieben wird. Das Bündnis mit Moskau in der Verteidigungspolitik aber ist für Peking sehr wertvoll. Es hilft dem Land, bei den Atomwaffen einen Gleichstand mit den USA zu erreichen“, erläuterte Issajew.

    In Europa sehe China nicht nur einen Absatzmarkt, sondern auch ein wichtiges politisches Zentrum, „das zudem den Wunsch signalisiert, von den USA etwas Abstand zu nehmen. Genau deshalb verhandelt China zu allen wichtigen Bereichen: Banken, Rohstoffe, Handel, IT-Technologie, Militär, Geopolitik… China wird noch mehr in die unterschiedlichsten Branchen investieren. Wenn die Welt dann eines Tages große geopolitische Konstellationen braucht, hat die Koalition Chinas und Europas gute Chancen.“

    Europa sei daran jedenfalls auch interessiert: „China ist heute das einzige Gegengewicht zu den USA in der Weltpolitik. Wenn sich auch Russland diesem Bündnis anschließt, dann wird die Achse Berlin-Moskau-Peking zum größten geopolitischen Zentrum als Ausgleich zu den Vereinigten Staaten, die diese Rolle in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielten“, sagte der Experte. „Beginnend mit dem Golfkrieg, dem anschließenden Arabischen Frühling und den darauffolgenden unbeholfenen Schritten gegen seine eigenen Verbündeten hat Washington seine Position verloren.“

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    Tags:
    Konkurrenz, Verbreitung, Einfluss, Allianz, Investitionen, Führungsrolle, Kampf, Weltmacht, USA, China, Russland, Deutschland
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