09:48 21 Juli 2018
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    DFB-Spieltrikot für WM-2014

    Nike vs. Adidas: Ein Schlag unter die Gürtellinie

    © AFP 2018 / Christof Stache
    Wirtschaft
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    Adidas hat die Fußball-WM für sich entschieden, bevor sie angefangen hat: Elf Nationalteams werden im Trikot des deutschen Textilherstellers spielen, für das Shirt von Nike haben sich nur zehn Mannschaften entschieden. Dafür führt der US-Konzern bei einem Sportartikel, den man weit unter der Gürtellinie trägt: den Sneakers.

    Bei der deutschen Nationalelf kann es gar nicht anders sein: Bei der kommenden WM in Moskau tragen die Jungs von Joachim Löw die drei Streifen von Adidas auf ihrer Brust, schreibt die Zeitschrift „Expert“.

    Doch wenn es um das beste Stück des Fußballers geht – um die Schuhe nämlich – vertrauen einige der deutschen Spieler dem größten Herausforderer von Adidas: Sami Khedira etwa betritt den Rasen im Moskauer Stadion im nächsten Jahr mit einem Paar Magista Obra II von Nike an den Füßen.

    Bei den Sneakers habe Nike die Schuhspitze definitiv vorn, sagt Peter Rohlmann von der Werbeagentur PR Marketing laut dem Blatt. Dies liege daran, dass die US-Firma auf Privatverträge setze. Adidas hingegen spezialisiere sich auf ganze Mannschaften – und auf Bälle, Schiris und die Stadien.

    Allein in Europa gibt der deutsche Sportartikelhersteller laut der Zeitschrift rund 800 Millionen Euro für seine Clubs aus. Die berühmtesten Vereine, die für Adidas werben: Real Madrid und Manchester United. Eine halbe Milliarde geht noch für die Nationalmannschaften drauf.

    Sponsoring ist die Hauptwaffe von Adidas, Nike und Co. im Kampf um den Absatz von Trikots, Schuhen, Sportausrüstung und —accessoires, so „Expert“. Die Einsätze machen sich offenbar bezahlt: 19 Milliarden Dollar hoch war der Sportartikelmarkt im letzten Jahr – mehr als doppelt so viel wie noch vor zehn Jahren. Adidas und Nike teilen sich den allergrößten Teil davon: Zusammen beherrschen sie 89 Prozent des Markts.

    Wie schon angedeutet: Die Marketingstrategien der beiden Firmen unterscheiden sich erheblich. Nike sucht sich einzelne Spieler eines Teams aus und schließt mit ihnen Schuh-Verträge ab – selbst wenn die Mannschaft schon einen Trikot-Vertrag mit Adidas hat. Den Turnschuh aus den USA tragen außer Khedira auch solche Fußball-Stars wie Ronaldo, Ibrahimović und Lewandowski. Beim Trikot setzen sie jedoch – wie ihre Team-Kollegen auch – auf die drei Streifen.

    Dabei zeigen die Spieler gerne mal Tricks: Borussia-Stürmer Aubameyang erschien im März dieses Jahres mit Nike-roten Haaren vor den TV-Kameras, obwohl eigentlich Puma die Mannschaft sponsert. Zwei Millionen Euro kriegt Aubameyang von Nike pro Jahr – plus einen Bonus dafür, dass der Spieler die Firma in den sozialen Netzwerken erwähnt.

    Als Mario Götze 2013 zu Bayern kam – das Team wird von Adidas gesponsert –, trug er einen Pulli mit einem Nike-Logo. Im selben Jahr präsentierte er den Fans bei einem Spiel der deutschen Nationalmannschaft Nike-Socken. Und nach seinem Tor im Weltcup-Finale 2014 versteigerte Götze sein Nike-Sneakers für zwei Millionen Euro zu Wohltätigkeitszwecken.

    Details zu solchen Privatverträgen behält Nike indes für sich, schreibt die Zeitschrift. Eines weiß man: In den kommenden fünf Jahren will der US-Konzern 1,1 Milliarden Dollar für Markenwerbung durch Sport-Stars ausgeben.

    Doch den Anstrengungen des Konkurrenten zum Trotz spielt Adidas beim Werbeeffekt einfach in der höheren Liga. Denn es sind die Trikots, die den Fans als erste ins Auge fallen. Sie tragen die Namen und Spielnummern der Stars und sind daher das Fanartikel Nummer 1.

    Tags:
    Wirtschaft, Sport, Verkauf, Fußball, Schuhe, Uniform, Fußball-WM 2018, Nike, Adidas, USA, Deutschland