06:36 12 Dezember 2019
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    Welche Erschütterungen erwarten die Weltwirtschaft 2018?

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    Wirtschaft
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    2018 erwartet die Weltwirtschaft eine Welle von Erschütterungen, zu denen die Abschwächung der Unabhängigkeit der US-amerikanischen und japanischen Zentralbank, politische Spannung in der EU und das sinkende Interesse der Investoren an Bitcoins gehören können. So lautet die Prognose von Saxo Bank in der Jahresübersicht „Schockierende Voraussagen“.

    „Wir denken, dass eine verdächtig niedrige Volatilität 2017 sich nicht wiederholen wird und die Wirtschaft und die Börsen Energie für Erschütterungen im Jahr 2018 ansammeln. Deswegen verweisen einige unserer Prognosen direkt auf eine Bedrohung, dass der angehäufte überflüssige Finanz-Wohlstand dazu führen wird, dass die Blase der Volatilität explodiert“, heißt es im Dokument.

    Die Prognose von Saxo Bank stellt eine Liste von voraussagbaren Ereignissen dar, deren faktische Wahrscheinlichkeit auf dem Niveau von zehn Prozent und höher betrachtet werden soll.

    „Man kann sicher sagen, dass sich die Welt, falls alle unsere Voraussagen für 2018 eintreffen, im nächsten Jahr in einer ganz neuen Situation finden wird“, besagt die Prognose.

    Good bye, Unabhängigkeit

    Eines der wichtigsten Ereignisse des nächsten Jahres wird demzufolge die Abschwächung der Unabhängigkeit der Federal Reserve Bank (Fed) sein. „Es ist historisch so, dass das Niveau der Unabhängigkeit der Fed von Bedürfnissen und Politikern der föderalen Regierung bestimmt wurde. 2018 ist eine bedeutende Abschwächung zu erwarten, weil Washington die Einnahmen des Staates vor dem drohenden Sturz des Marktes für Schuldscheine einschränken will“, heißt es im Dokument.

    Die Situation wird sich durch das Fehlen der Haushaltsdisziplin und ein großes Haushaltsdefizit (wegen der Senkung der Steuern durch die Republikaner) verschlechtern und mit einer Rezession in den USA zuspitzen.

    „Die Fed wird unter doppeltem Druck stehen – schwache Wirtschaft einerseits und höhere Zinssätze (und also auch die Inflation) andererseits. Im Ergebnis kann die Fed nichts der Geldpolitik des Landes entgegenstellen“, meinen Experten. Dann wird die Fed zum Sündenbock. Er wird für alle Niederlagen in der Wirtschaft und für das faktische Scheitern des Marktes für Schuldeninstrumente verantwortlich gemacht.

    Solch Problem wie der Verlust der Kontrolle wird nicht nur die USA, sondern auch Japan treffen. „Die Politik der Kontrolle der Einnahmengrenze, die von Japans Bank umgesetzt wird, hängt von flexiblen globalen Zinssätzen und von einer niedrigen Einträglichkeit ab. 2018 ist damit kaum zu rechnen“, so Experten. Laut ihren Erwartungen werden mit dem Wachstum der Inflation auch die Einnahmen steigen, was zu einem katastrophalen Fall des Yen-Kurses führen wird. „Es liegt auf der Hand, dass die Zentralbank zur Politik der quantitativen Lockerung greifen muss, jedoch nicht, bevor nicht der Dollarkurs gegenüber dem Yen 150 Yen ausmacht“, so Experten.

    Jahr des Öl-Yuans

    Experten der Saxo Bank machten auch auf die Situation des Ölmarktes des weltweit größten Rohstoffimporteurs China aufmerksam. Vor dem Hintergrund einer großen Nachfrage kündigte die Shanghaier Energiebörse zuvor den bevorstehenden Beginn des Handels mit Öl-Futures in Yuan an. Experten zufolge waren auf dem globalen Markt der Öl-Futures zuvor die Ölmarken WTI und Brent am wichtigsten, deren Preis in Dollar bestimmt wurde. Der gesamte Tagesumsatz dieser zwei Marken ist mehr als zwei Milliarden Barrel pro Tag.

    „2018 werden auf der Shanghaier Energiebörse Ölverträge in chinesischen Yuan geschlossen. Dieser Schritt wird riesige geopolitische und finanzielle Folgen haben“, so die Experten.

    Absturz von S&P 500

    2017 zeigten die Weltmärkte große Volatilität vor dem Hintergrund zahlreicher Ereignisse. Im Ergebnis verloren die Aktien der Firmen, die zum US-Index S&P 500 gehören, rund 25 Prozent ihres Wertes.

    „Im Ergebnis bildete sich ein Pulverfass, das demnächst explodieren wird. Ein Vorbote der Explosion ist der Verlust von 25 Prozent des Wertes der Papiere S&P 500, der an den Sturz von 1987 erinnerte.“ Den Prognostikern zufolge ist der weitere Fall des Indexes mit dem Rückgang des Gleichgewichts der Aktiva der Fed und der Ankaufmenge der EZB-Aktiva für den 1. Januar verbunden.

    Hauskrach in der EU

    Laut Saxo Bank wird die diplomatische Spannung zwischen West- und Ost-Europa wegen Problemen mit Flüchtlingsquoten und demokratischen Werten 2018 zunehmen.

    Den Experten zufolge hat der französische Präsident Emmanuel Macron bereits Deutschland sowie die Führung der drei Benelux-Länder überredet, die Integration fortzusetzen, eine gemeinsame Haushaltskasse und einen gemeinsamen Verteidigungsetat zu bilden. Die Anführer von Mittel- und Osteuropa sind gegen diese Initiative, sie befürchten, dass solch eine Politik zu einem bedeutenden Rückgang ihres politischen Einflusses in der EU führen wird.

    „Österreich und die Visegrad-Gruppe tun alles Mögliche, um die Wirtschaft in der EU anzukurbeln und sich von den Einwanderern abzugrenzen. Sie haben es geschafft, eine Koalition aus 13 EU-Ländern, darunter Italien und Slowenien, zu bilden, die eine blockierende Minderheit im Europäischen Rat sein kann … Zum ersten Mal seit 1951 wurde das politische Zentrum in Europa vom französisch-deutschen Duo nach Mittel- und Osteuropa verschoben. Institutionelle Konflikte in der EU widerspiegelten sich schnell auf den Finanzmärkten. Beim Erreichen neuer Höchstmarken der Währungen der G10 und vieler anderer Währungen des europäischen Marktes Ende 2018 schwächt der Euro schnell ab und ist dem Dollar fast ebenbürtig“, heißt es in der Prognose.

    Tod des Bitcoins

    2017 öffneten mehrere Länder ihre Märkte für Kryptowährungen – digitale Instrumente auf Grundlage der Blockchain-Technologie. Russische Behörden verhalten sich bislang vorsichtig zu dieser Frage, die Chinesen haben die Kryptowährungen überhaupt verboten.

    Laut Prognose von Saxo Bank wird gerade die Politik Russlands und Chinas die weltweit populärste Kryptowährung umbringen. „Der Bitcoin-Kurs wird weiter rasant steigen – fast das ganze Jahr 2018, doch Russland und China werden mit ihren Handlungen seinen Sturz auslösen.“

    Die Experten prognostizieren das Wachstum von Bitcoin auf mehr als 60.000 Dollar im Jahr 2018. Die Marktkapitalisierung der Kryptowährung soll mehr als eine Billion Dollar ausmachen.

    „Demnächst wird aber das Bitcoin-Phänomen zusammenfallen. Russland und China gehen schnell aus dem Spiel raus und verbieten sogar nichtsanktionierte Kryptowährungen. Russland wird zum offiziellen Akteur auf dem Feld der Kryptowährungen, um die Entwicklung der Protokolle zu beeinflussen, und verschiebt das Zentrum der Aufmerksamkeit von Bitcoin, um das russische Kapital im Lande zu halten. Ähnlich geht auch China vor“, heißt es in der Prognose. Im Ergebnis werde Bitcoin 2019 schnell auf das Niveau des Selbstkostenpreises von 1000 Dollar fallen.

    Wiederbelebung Südafrikas

    Im nächsten Jahr werden wir zu Augenzeugen einer unerwarteten Wiederbelebung Südafrikas, die zur politischen und wirtschaftlichen Prosperität führen wird, so Experten.

    „2018 werden wegen ganz unvorhersagbarer Ereignisse demokratische Prozesse in ganz Zentralafrika eingeleitet … Neue Anführer kommen an die Macht und erklären ihre Absicht, innerhalb eines Jahres faire und gerechte Wahlen unter Teilnahme internationaler Beobachter durchzuführen. Inzwischen investiert die internationale Geschäftsgemeinschaft in diese Region, die schnell Freiheit bekommt“, heißt es in der Prognose.

    Die Menge direkter ausländischer Investitionen in die Demokratische Republik Kongo 2018 wird eine Rekordhohe von zehn Milliarden Dollar erreichen. Der südafrikanische Rand wird eine wahre Perle des Europäischen Währungssystems sein. „Im Ergebnis verzeichnet Südafrika das höchste Tempo des Währungswachstums in der Welt und wird zum Anziehungszentrum für fortgeschrittene Wirtschaften der Region“, so Saxo Bank.

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    Tags:
    Investitionen, Yuan, Öl, Wertpapiere, Prognose, EU, S&P, Südafrika