16:00 23 Juli 2018
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    Flagge Kubas

    Russland baut Einfluss im US-Hinterhof aus – Medien

    © REUTERS / Carlos Barria
    Wirtschaft
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    Während die US-Regierung unter Donald Trump die ökonomischen Restriktionen gegen Kuba verschärft, weitet die karibische Insel ihre Handelsbeziehungen zu Russland deutlich aus. Moskau bemüht sich um den Ausbau des Einflusses an den US-Grenzen und unterstützt aktiv russische Unternehmen, die mit Havanna kooperieren. Dies schreibt „The Independent“.

    Mehrere russische Staatsunternehmen führen derzeit Verhandlungen mit der karibischen Halbinsel durch und versuchen somit, das von den ehemaligen Handelspartnern Kubas hinterlassene Vakuum auszufüllen. Obwohl China weiterhin der Haupthandelspartner für Kuba bleibt, so „Independent“ weiter, festigt die kommunistische Insel inzwischen aktiv ihre Wirtschaftsbeziehungen auch zu Russland, ihrem Verbündeten aus Zeiten des Kalten Kriegs.

    Diese Entwicklung in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern hänge damit zusammen, dass sich die USA unter Donald Trump von der Politik der Festigung der Zusammenarbeit mit Kuba wieder distanzierten.

    Aus Sicht von außenpolitischen Experten nutze Moskau diese Abkühlung der Beziehungen aus, um den Einfluss der USA „in ihrem eigenen Hinterhof“ zu untergraben. „Russland betrachtet dies als eine Möglichkeit, eigene Verbindungen zu Kuba zu entwickeln“, zitiert das Blatt Jason Marczak, den Direktor des Zentrums „Adrienne Arsht Latin America“.

    Russlands Export nach Kuba ist im letzten Jahr um 81 Prozent gestiegen. Im kommenden Monat werden 300 Autos der Marke Lada aus russischer Produktion nach Kuba geliefert. Am vergangenen Wochenende reiste der Chef des russischen Ölunternehmens Rosneft nach Havanna, um sich dort mit dem Präsidenten Raul Castro zu treffen. Auf der Agenda stand dabei, wie die britische Zeitung weiter schreibt, ein wichtiger Deal im Energiebereich, der Kuba helfen solle, seine starke Brennstoff-Abhängigkeit von Venezuela schrittweise abzubauen.

    Im Mai hatte Rosneft zum ersten Mal seit dem Ende des Kalten Kriegs Öllieferungen nach Kuba wiederaufgenommen. Auch das russische Unternehmen Sinara fing im letzten Monat mit der Lieferung von insgesamt 75 Zügen im Rahmen eines 190 Millionen Dollar schweren Deals an. Auch die Russische Eisenbahnen AG (RZD) führt aktuelle Verhandlungen mit Havanna über einen Deal im Wert von 2,2 Milliarden Dollar, der die Modernisierung von Hunderten von Kilometern Eisenbahn auf Kuba sowie den Bau der neuen Eisenbahn zwischen der Hauptstadt und dem Urlaubsort Varadero vorsieht.

    Viele russische Unternehmen werden dabei dem Autor des Artikels zufolge vom Staat unterstützt, der den Ausbau von partnerschaftlichen Beziehungen zu den Ländern Lateinamerikas anstrebe.

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    Tags:
    Eisenbahn, Partnerschaft, Zusammenarbeit, Abhängigkeit, Autos, Öllieferung, Wirtschaft, Restriktionen, Stärkung, Einfluss, Ausbau, Handel, Beziehungen, Lada, Russische Staatsbahn RZD, Rosneft, USA, Kuba, Russland
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