22:58 22 Oktober 2018
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    Bauern protestieren in Brüssel (Archivbild)

    Gülle und Schweine: Spektakulärste EU-Proteste gegen Russland-Sanktionen – VIDEOs

    © Sputnik / Thierry Monass
    Wirtschaft
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    Die EU will am heutigen Donnerstag ihre Sanktionen gegen Russland offiziell verlängern. Dass damit auch die europäischen Agrarproduzenten in Mitleidenschaft gezogen werden, scheint Brüssel nicht zu stören. Seit 2014 kommt es in europäischen Ländern deswegen immer wieder zu Bauernprotesten. Sputnik zeigt hier die aufsehenerregendsten.

    Die Sanktionen waren erstmals im Frühjahr 2014 auf Drängen der USA verhängt worden, um Russland für das Unabhängigkeitsreferendum auf der Krim und den darauf erfolgten Beitritt der Schwarzmeerhalbinsel zur Russischen Föderation zu bestrafen. Moskau konterte mit einem Einfuhrverbot für eine ganze Reihe von Lebensmitteln aus der EU.

    Während die USA ihr Wirtschaftsvolumen mit Russland in der Sanktionszeit Schätzungen zufolge beinahe verdreifachten, mussten die europäischen Agrarproduzenten herbe Absatzeinbrüche einstecken. In vielen Ländern kam es zu Protesten.

    • Am 23. Januar 2017 haben rund 150 Milchproduzenten eine Tonne Milchpulver über das Gebäude des EU-Rats in Brüssel verstreut, als dort die EU-Landwirtschaftsminister tagten. Damit protestierten die Milchbauern gegen das Überangebot an Magermilchpulver auf dem Markt, das die Preise unter Druck setzt.
    • Im März 2016 rollten mehr als 3000 finnische Landwirte auf ihren Landmaschinen nach Helsinki, um gegen die Agrarpolitik der Regierung zu protestieren. Denn sinkende Preise und die EU-Sanktionen gegen den wichtigen Absatzmarkt Russland hatten ihre Umsatzzahlen nach unten gezogen.
    • Im September 2015 forderten belgische Farmer bei einer Demo ein Ende der Anti-Russland-Sanktionen. Demonstranten bewarfen Polizisten mit Eiern.
    • Mit mehr als 1500 Traktoren blockierten französische Landwirte im September 2015 Straßen in Paris. Damit protestierten sie gegen den Rückgang der Lebensmittelpreise, der insbesondere nach den EU-Sanktionen und dem daraufhin verhängten russischen Embargo einsetzte.
    • Im Juli 2015 gossen mehrere hundert wütende Viehzüchter in Frankreich Mist und Gülle vor Supermärkte. In Agen trieben sie Schweine durch einen Supermarkt. Damit protestierten die Bauern gegen das Preisdumping von Lebensmittelketten und die aus ihrer Sicht unzureichenden Maßnahmen der Regierung in der Agrarkrise. Einer der Auslöser der Krise war der Wegfall des russischen Absatzmarkts.
    • Im September 2014 marschierten Hunderte polnische Bauern aus Protest gegen die russischen Gegensanktionen durch Warschau. Die Demonstranten blockierten zudem eine Autobahn. Polen ist der größte Apfelproduzent der EU. Vor Beginn des Sanktionskrieges gingen mehr als die Hälfte seiner Apfelexporte nach Russland.
    • Im November 2014 schütteten französische Bauern rund 100 Tonnen Mist vor die Stadtverwaltung Chartres im Norden des Landes.
    • Im August 2014 verbrannten wütende spanische Bauern die EU-Flagge.
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    Tags:
    Sanktionen, EU