16:09 22 April 2018
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    Russlands Präsident Wladimir Putin

    Putin: Oligarchen dürfen Kapital insgeheim nach Russland zurückholen

    © AFP 2018 / Vladimir Sindeyev
    Wirtschaft
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    Russlands Präsident hat den Auftrag erteilt, im Jahr 2018 mit der Emission von Eurobonds – von Bundesanleihen (OFZ) in Devisen – zu beginnen, um das russische Kapital ins Land zurückzuholen. Angesichts der Sanktionen gehe es darum, die Anonymität dieser Investitionen zu gewährleisten.

    „Die Regierung und die Zentralbank haben diese Frage geprüft, und ich habe sie beauftragt, die notwendigen Bedingungen und Parameter der Emission solcher Wertpapiere für russische Investoren festzulegen und ihren Umlauf bereits im nächsten Jahr zu gewährleisten“, sagte Putin.

    „Die Umsetzung dieses Vorschlags stößt bei niemandem auf Ablehnung“, ergänzte der Präsident.

    „Gemäß dem Auftrag des Präsidenten beschäftigt sich das Finanzministerium mit den Parametern der Emission von Eurobonds, die russische Investoren erwerben können, die ihr Kapital in die russische Jurisdiktion zurückführen wollen. Wir werden für sie eine solche Möglichkeit im Rahmen des existierenden Programms der staatlichen äußeren Anleihen finden, ohne deren Volumen zu vergrößern“, teilte Finanzminister Anton Siluanow mit.

    Es soll sich konkret um Eurobonds und nicht um Bundesanleihen OFZ handeln.

    Für alle, die ihr Kapital nach Russland zurückholen wollen, wird das Finanzministerium laut seinem Chef Anton Siluanow Eurobonds in Höhe von knapp drei Milliarden US-Dollar in Umlauf bringen. Auch eine weitere Emission in Höhe von bis zu vier Milliarden US-Dollar für den Austausch von bereits auf den Markt gebrachten Wertpapieren sei nicht ausgeschlossen.

    Die Summe wird aber laut der Zeitung „Wedomosti“ unter Berufung auf einen föderalen Beamten viel niedriger als drei Milliarden US-Dollar sein. Ein bis drei Milliarden US-Dollar, so eine dem Finanzministerium nahstehende Quelle von Reuters: So viele Anmeldungen gebe es von jenen, die ihr Kapital aus dem Ausland zurückholen wollen.

    Russisches Geld
    © Sputnik / Vladimir Trefilov
    Im Unterschied zur traditionellen Emission der Eurobonds soll es laut dem Beamten möglich sein, diese in den Systemen Euroclear und Clearsystem nicht zu berücksichtigen. Viele Geschäftsleute wollen laut einem weiteren Beamten die Informationen über ihr Kapital geheimhalten. Falls die Papiere in den Systemen Euroclear und Clearsystem berücksichtigt würden, würde das US-Finanzministerium entsprechende Informationen erhalten und fordern können, die jeweiligen Konten zu sperren. Unter anderem verwies das Blatt unter Berufung auf den Experten Alexander Lossew darauf, dass die Käufer anonym bleiben können, falls die Nationale Wertpapierverwahrstelle (National Security Depository, NSD) deren Information nicht verbreitet. Zudem könnten die Bonds auch einen nominalen Besitzer haben, einen Broker, der die Papiere im Interesse der Kunden verwaltet.

    Wie die Zeitung „Kommersant“ zuvor berichtet hatte, werde der Markt sofort reagieren, sollten diese Eurobonds in die Sanktionsliste geraten. Nach den Angaben der Zentralbank verfügen die russischen Banken über fast zwei Billionen Rubel (etwa 29 Milliarden Euro), die sie auf dem OFZ-Markt einsetzen können.

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    Tags:
    Anonymität, Eurobonds, Emission, Sanktionen, Anton Siluanow, Wladimir Putin, Russland
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