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    Der Chef der russischen Sberbank, German Gref

    „Kalter Krieg wäre ein Kinderspiel“: Sberbank-Chef warnt vor neuen US-Sanktionen

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    Wirtschaft
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    Der Chef der russischen Sberbank, German Gref, hat den Westen vor schweren Folgen der weiteren möglichen Verschärfung der Sanktionen gegen Russland gewarnt.

    Der Kalte Krieg werde im Vergleich zu den neuen US-Sanktionen, die Anfang 2018 gegen Russland verhängt werden könnten, wie ein „Kinderspiel“ erscheinen, sagte Gref in einem Interview mit der Zeitung „Financial Times“.

    Die Idee, russische Staatsbanken vom internationalen Zahlungssystem Swift auszuschließen, sei „irrational“. 2014, als der Ukraine-Konflikt ausbrach, plädierten einige westliche Politiker dafür, Russland vom internationalen Swift-System abzukoppeln. Im November 2015 informierte Russlands Zentralbankchefin Elvira Nabiullina, dass das russische SPFS-System als Alternative zu Swift vor dem Entwicklungsabschluss stehe.

    Da die meisten Banken eigene interne Systeme haben, die sich zum Teil sehr von denen anderer Banken unterscheiden, können bankenübergreifende Transfers ohne eine komplizierte Anpassung der Systeme nicht verfolgt werden. Swift bietet dagegen ein standardisiertes, vom eigenen System unabhängiges Verfahren an. Genau deswegen sind Banken in allen Ländern der Welt davon abhängig. Denn mit Hilfe des Swift-Verfahrens können sie Geldströme zwischen verschiedenen Ländern und Instituten verfolgen. Zwar erfolgen über Swift keine eigentlichen Zahlungen, doch das System ermöglicht es Banken, die Zahlungsströme problemlos nachzuvollziehen.

    Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen hatten sich wegen der Situation auf der Krim und in der Ukraine verschlechtert. Ende Juli 2014 waren die EU und die USA von Einzelsanktionen gegen Privatpersonen und Unternehmen zu einschränkenden Maßnahmen gegen ganze Sektoren der russischen Wirtschaft übergegangen. Russland verbot im Gegenzug die Einfuhr von Lebensmitteln aus den USA, den EU-Ländern, Kanada, Australien und Norwegen.

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