17:07 19 Februar 2018
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    Bitcoin und eine Spielfigur

    Schlacht zwischen Bitcoin und Öl: Schlägt Kryptogeld das schwarze Gold?

    © REUTERS/ Dado Ruvic
    Wirtschaft
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    Bitcoin, Ripple und Ethereum oder doch lieber Erdöl und Erdgas? Der Kampf zwischen Digitalwährungen und Rohstoffen um den Rang des besseren Anlageobjekts geht in die nächste Runde, schreibt die Zeitung „Moskowski Komsomolez“.

    Der Markt für Kryptowährungen crasht: Innerhalb weniger Minuten ist Bitcoin um 20 Prozent auf unter 11.000 Dollar abgestürzt. Der gesamte Kryptomarkt ist seit gestern (16. Januar) 125 Milliarden Dollar weniger wert. Derweil erreicht das Erdöl ein Dreijahreshoch von 70 Dollar je Barrel.

    Hauptauslöser für den Kurssturz der Digitalwährungen sei die Nachricht gewesen, China wolle den Kryptomarkt stärker regulieren, sagte Wladislaw Antonow, Analyst beim Vermögensverwalter Alpari, dem Blatt. Peking habe seine Absicht bekräftigt, den Zugang zu den zentralen Handelsplattformen für Digitalgeld zu blockieren. Davon betroffen seien Privatinvestoren ebenso wie Firmen, die die entsprechenden Dienste anbieten. Überdies drohe die chinesische Führung, den Handel mit Kryptowährungen gänzlich zu verbieten.

    Währenddessen steigt der Ölpreis auf 70 Dollar pro Barrel – den höchsten Wert seit drei Jahren. Darauf haben Anleger lange gewartet, schreibt das Blatt. Und im Windschatten des Erdöls erstarkt auch die russische Währung: Der Kurs hält sich seit einer Woche konstant bei unter 57 Rubel je Dollar.

    Es gebe Anlass zur Hoffnung, dass der Rubel sogar noch weiter steigt, sagte der Finanzmarktkenner Alexander Kupzikewitsch der Zeitung. „Eine wichtige Wegmarke ist der Preis von circa 56 Rubel pro Dollar“, erklärt er. Wenn die US-Währung unter diese Marke sinke, könne der Rubel das Vertrauen der Anleger für sich gewinnen.

    Experten betonen indes, dass der Kampf von Bitcoin & Co gegen die Rohstoffe um die Anlegergunst sich noch verschärfen werde. Schon jetzt steigen die Ölpreise, während die Kurse der Digitalwährungen in die Tiefe stürzen. Zwar bestehe zwischen diesen Entwicklungen nur ein geringer Zusammenhang, doch könnte der Handel mit Öl- und Gas-Futures bald schon ebenso vom Kursverlauf des Bitcoins abhängen, wie vom Wert der Reservewährungen, prophezeien Experten laut dem Blatt.

    Georgi Waschtschenko, Fondmanager beim Vermögensverwalter Freedom Finance, gibt jedoch zu bedenken:

    „Selbst bei einem Ölpreis oberhalb von 70 Dollar pro Barrel wird die russische Währung nicht weiter zulegen. Die Anleger steigen aus dem Rubel bei einer Rendite von 6,5 Prozent aus, wenn die Dollar-Bonds eine Rendite von 4 Prozent bieten.“

    Möglich sei dies, wenn Washington die Anti-Russland-Sanktionen verschärfe. Dann würde die niedrige Rendite des Rubels die Risiken nicht rechtfertigen, sagt der Analyst laut dem Blatt.

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    Tags:
    Ölpreis, Bekämpfung, Wirtschaft, Öl, Rohstoffe, Sanktionen, Rubel, Bitcoin, Dollar, Peking, China, Russland, USA
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