22:04 17 November 2018
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    Wirtschaftswachstum in Russland stabil? OECD-Studie

    © Sputnik / Anton Denisow
    Wirtschaft
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    Die kurz- bis mittelfristigen Prognosen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sehen ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Russland von etwa 1,5 bis zwei Prozent voraus, wobei die höchste Wachstumsrate bereits 2018 erreicht sein wird.

    Auf dem Internationalen Gaidar-Forum in Moskau wurde eine Analyse der makroökonomischen Entwicklung Russlands vorgestellt, die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vorbereitet wurde. Der OECD-Wirtschaftsexperte Dr. Hansjörg Blöchliger sagte im Gespräch mit Sputnik-Korrespondentin Natalia Pavlova, dass die Prognosen grundsätzlich positiv sind.

    „Wir gehen davon aus, dass das langfristige Wachstum Russlands ohne tiefgreifende Reformen nicht mehr als 1,5 Prozent erreichen wird. Wenn dieses Wachstum höher sein soll, so wie es in den Jahren vor 2014 war, und zwar bis 8 Prozent, dann müssen insbesondere wirtschaftspolitische Reformen durchgeführt werden.“

    Laut dem Experten müssen alle Firmen – sowohl große staatliche als auch kleine Einzelfirmen – die Möglichkeit haben, sich unter gleichberechtigten Rahmenbedingungen zu entwickeln. Während der Untersuchung wurde festgestellt, dass die Produktivität der Firmen in letzter Zeit stark abgenommen habe. Das sei inzwischen nicht nur für Russland, sondern auch für Deutschland, Großbritannien und Frankreich typisch. In den letzten Jahren habe Russland einige Reformen durchgeführt. Die Aufgabe der Regierung bestehe nun darin, die Produktivität langfristig zu steigern und Innovationen zu fördern.

    Die Auswirkung der Sanktionen wurde in der Studie laut Hansjörg Blöchliger nicht speziell untersucht, aber:

    „Wir denken, dass die Sanktionen eine gewisse Wirkung gehabt haben, dass sie sich auf einzelne Firmen konzentriert haben. Aber die Wirtschaft insgesamt ist eher vom Ölpreisschock betroffen worden als von den Sanktionen und Gegensanktionen.“

    Die Finanzlage Russlands ist zurzeit insgesamt befriedigend. Es gibt keine Gefahren durch Auslandsverschuldung. Man soll zwar auf die Inflationsperspektive achten, doch die makroökonomische Situation in Russland ist stabil, heißt es in der OECD-Studie.

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    Unternehmen, Analyse, Studie, Wachstum, OECD, Russland