20:42 18 April 2019
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    Fließband des VW-Werks in Russland (Archivbild)

    VW schickt Motoren aus Russland auf Weltmärkte

    © Sputnik / Grigorij Sysoew
    Wirtschaft
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    Motoren baut Volkswagen in Russland seit 2015 – in einer eigenen Fabrik in der Stadt Kaluga. Produziert wird hauptsächlich für den russischen Markt. Jetzt hat der VW-Konzern angekündigt, die Motoren aus der russischen Provinz in alle Welt zu exportieren, auch nach Europa.

    Einen Teil der Motoren aus Kaluga hätte VW seit Langem schon gern ins Ausland verkauft, schreibt die Wirtschaftszeitung „Wedomosti“. Doch stand dem Export aus Russland bislang eine Zollbestimmung im Wege.

    Eine Viertelmilliarde Euro hat der Wolfsburger Konzern in den Bau des Motorenwerks in Kaluga investiert. Bis zu 150.000 Motoren können dort pro Jahr hergestellt werden. 2017 war die Produktionsstätte laut dem Blatt zu rund zwei Dritteln ausgelastet.

    Hergestellt werden in Kaluga Benzinmotoren mit 90 und 110 Pferdestärken. Eingebaut werden sie in die vielen Polos, Jettas und Skodas aus russischer Fertigung. Dabei fallen auf die importierten Zulieferteile keinerlei Zollgebühren an – davon ist der VW-Konzern in Russland befreit. Nur: Will VW die Motoren exportieren, muss laut der Zeitung Mehrwertsteuer und eine zusätzliche Abgabe an den Staat gezahlt werden.

    Der russische Gesetzgeber hat nun nachjustiert: Seit Ende letzten Jahres entfällt sowohl die Mehrwertsteuer als auch die Zusatzabgabe beim Export, schreibt das Blatt.

    Wohin genau VW die russischen Motoren liefern will, sagte der Firmensprecher nicht. In einer Mitteilung heißt es laut der Zeitung, ein Teil der Motoren gehe auch an Autowerke in Europa. Damit sollen PKW für jene Länder ausgerüstet werden, in denen die gleiche Abgasnorm gelte wie in Russland: Euro-5.

    Derweil exportiert Volkswagen nicht nur Motoren, sondern auch komplette Autos aus Russland. In diesem Jahr sollen laut der Zeitung 10.000 Skoda Octavia in die EU geliefert werden. Sie rollen aber nicht in der VW-eigenen Fabrik vom Band, sondern werden in Kooperation mit dem russischen Autobauer GAZ hergestellt, in dessen Werk in Nischni Nowgorod. Die Skodas würden dann nach EU-Standard mit importierten Euro-6-Motoren bestückt.

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    Tags:
    Kraftwerke, Pkw, Bau, Produktion, Export, VW-Konzern, Kaluga, Deutschland, Russland