03:09 21 Juni 2018
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    IWF-Logo auf dem Gebäude des Fonds

    Zukunft ohne IWF-Hilfe? – Ukrainischer Minister sieht schwarz

    © Sputnik / Natalia Seliverstova
    Wirtschaft
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    Ohne Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) droht der Ukraine eine Staatspleite. Diese Meinung äußerte der ukrainische Sozialminister Andrij Rewa am Montag gegenüber dem Portal Obosrewatel.

    „Wenn wir die Kooperation mit dem Fonds einstellen, dann sagen sie uns: Keine weiteren Fragen, aber geben Sie das Geld zurück. Dann werden wir entweder Mittel aus dem Haushalt bereitstellen oder eine Staatspleite verkünden müssen“, sagte Rewa und sprach sich eindeutig für die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem IWF aus.

    „Der richtige Ausweg heißt: Reformen durchführen und neue Kredite aufnehmen, damit die Wirtschaft die Last der Zinszahlungen nicht spürt“, betonte Rewa.

    Am 19. Januar soll der Vizechef der ukrainischen Nationalbank, Dmitri Sologub, gewarnt haben, dass Kiew die Kooperation mit dem IWF auf Eis legen werde, wenn es bis Juli keine weitere Tranche erhalten werde.

    Später soll Präsident Petro Poroschenko die Bereitschaft bekundet haben, mit dem IWF weiter zusammenzuwirken. Die Ukraine hat ihm zufolge ihre Verpflichtungen gegenüber dem Fonds zu 80 Prozent erfüllt und erwartet die nächste Tranche bereits im April.

    Das auf vier Jahre befristete Programm der finanziellen Hilfe für die Ukraine sieht die Gewährung von 17,5 Milliarden US-Dollar vor. Im Jahr 2017 hatte Kiew nur eine Tranche von einer Milliarde US-Dollar erhalten, und zwar im April.

    Der IWF hatte Kiew aufgefordert, die Rentenreform, einschließlich der Anhebung des Renteneintrittsalters, nicht zu verschieben und Strukturreformen zur Verbesserung der Business-Umgebung und zur Mobilisierung von Investitionen durchzuführen. Eine weitere Forderung des IWF läuft darauf hinaus, mit der Privatisierung und der Entwicklung des Marktes für landwirtschaftliche Nutzflächen zu beginnen.

    Laut der Ratingagentur Standard & Poors muss die Ukraine im Zeitraum von 2017 bis 2020 mehr als 20 Milliarden US-Dollar Schulden samt Zinsen abbezahlen. Dies hänge jedoch davon ab, ob es Kiew gelinge, die Reformen erfolgreich durchzusetzen und einen Anteil der Schulden zu refinanzieren, hieß es.

     

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    Tags:
    Tranche, Hilfe, Kredit, Ratingagentur Standard & Poors, Internationaler Währungsfonds (IWF), Petro Poroschenko, Andrij Rewa, Ukraine