16:14 22 April 2018
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    Produktion von Röhren für Pipeline Nord Stream 2 in Mülheim (Archivbild)

    Washingtons Ziel: Wirtschaftswachstum Europas verhindern – „Expert“

    © Foto: Nord Stream 2
    Wirtschaft
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    Die USA haben eine neue Sanktionsliste russischer Bürger veröffentlicht, die demnächst von der nächsten US-Sanktionswelle getroffen werden könnten. Nach Meinung des russischen Wirtschaftsmagazins „Expert“ ist das Ziel der ständig erweiterten US-Sanktionen dabei keineswegs nur Russland, sondern nicht zuletzt auch die EU.

    Wie das Journal schreibt, rühmt sich der US-amerikanische Präsident Donald Trump gerne mit seinem Beitrag zum schnellen Wachstum der US-Wirtschaft.

    Konkrete statistische Zahlen würden aber klar belegen, dass die Vereinigten Staaten längst hinter ihren wichtigsten wirtschaftlichen Herausforderern hinterherhinken:

    Während die USA ein Wachstum von 2,3 Prozent aufweisen würden, hätte die EU 2,5 Prozent und China gar 6,9 Prozent Wirtschaftswachstum im Jahr 2017 gehabt.

    Gerade die europäische Wirtschaft habe im vergangenen Jahr das höchste Wachstum seit mehr als einem Jahrzehnt verzeichnet und könnte auch im angelaufenen Jahr die hohen Raten beibehalten – vor allem Deutschland bleibe weiterhin die „wirtschaftliche Lok“ der EU, so das Magazin.

    „Was die Wirtschaft angeht, hat Europa keine Probleme. (…) Es ist nun wichtig, (…) mit den Reformen weiter zu verfahren, weil früher oder später die nächste Krise kommt“, erklärte hierzu auch Wopke Hoekstra, der neue Finanzminister der Niederlande, dem Wall Street Journal.

    Genau diese Wirtschaftserfolge Europas sind laut „Expert“ dem amerikanischen Präsidenten sichtlich ein Dorn im Auge.

    Nicht umsonst habe er sich mehrfach über die „sehr ungerechte“ Haltung der EU gegenüber amerikanischen Exporten beklagt und gar Gegenmaßnahmen angedroht, um dies zu ändern. Genau genommen seien diese US-Maßnahmen allerdings längst am Laufen, und zwar in Form der antirussischen Sanktionen, so das Magazin.

    Diese würden nämlich zweifelsohne auch europäische Unternehmen und Volkswirtschaften treffen und könnten der „erfolgreich wachsenden Wirtschaft der EU“ signifikanten Schaden zufügen sowie die hohen Wachstumsraten deutlich drücken.

    Gerade die Sanktionen gegen den russischen Energiesektor und die russischen Energieexporte seien ein Schlag in diese Richtung.

    „Eines der Geheimnisse des Wirtschaftswachstums in den Ländern des Euroraums ist die Versorgung mit relativ billigem russischem Gas“, betont das Wirtschaftsjournal.

    Könnte also Washington diese billigen russisch-europäischen Energielieferungen verhindern, wäre das ein Schlag nicht nur gegen Russland, sondern nicht zuletzt gegen das europäische Wirtschafts- und Wachstumspotential.

    /NG/GS

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    Tags:
    US-Wirtschaft, Energiesektor, Sanktionspolitik, Sanktionen, Exporte, Gas, Wirtschaftswachstum, Wirtschaftsdruck, Wirtschaft, Energielieferungen, Wall Street Journal, Gasprom, Expert, Nord Stream AG, Nord Stream 2, Wopke Hoekstra, Donald Trump, China, Washington, Niederlande, Deutschland, EU, Europa, USA, Russland
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