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17:48 20 Juli 2019
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    Passagierjets MS-21

    „Status als Luftfahrt-Großmacht“: Neuer Deal schürt Russlands Hoffnungen

    © Sputnik / Sergej Mamontow
    Wirtschaft
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    Dieser Deal wird in Russland als Durchbruch gelobt: Die Fluggesellschaft Aeroflot soll 50 neuartige Passagierjets MS-21 (im Ausland auch MC-21 genannt) bekommen. Die Maschine soll dem russischen Flugzeugbau laut Experten ermöglichen, mit Airbus und Boeing zu konkurrieren.

    „Der Deal mit Aeroflot bestätigt, dass Russlands ziviler Flugzeugbau seine zuvor eingebüßten Positionen zurückerobert und sich in eine Reihe mit den führenden Herstellern weltweit stellt. Die MS-21 ist ein richtiger Durchbruch für die Flugzeugbranche. Fortschrittliche Werkstoffe und Systeme der jüngsten Generation, die von führenden russischen Unternehmen geschaffen wurden, finden dabei Anwendung“, sagte Sergej Tschemesow, Geschäftsführer der russischen Staatsholding Rostec, nach Angaben der Onlinezeitung vz.ru.

    Auch Aeroflot-Chef Vitali Saweljew zeigte sich laut vz.ru begeistert: „Russland hat sein erstes Verkehrsflugzeug der neuen Generation zustande gebracht. Das zeugt davon, dass Russland seinen Status als Luftfahrt-Großmacht zurückbekommt. Derzeit sehen wir (darunter auch im Hinblick auf die geopolitische Lage), dass wir notwendig konkurrenzfähige – qualitätsreiche und treibstoffsparende – Maschinen aus russischer Produktion brauchen, um den Erfolg auszubauen.“

    In der vergangenen Woche hatte die Fluglinie Aeroflot offiziell bestätigt: Sie wird 50 Maschinen des Typs MS-21-300 leasen, der Vertrag ist besiegelt. Die Jets sollen ab 2020 von der Rostec-Holding zur Verfügung gestellt werden, die wiederum einen Vertrag mit dem unmittelbaren Hersteller Irkut hat.

    Damit soll Aeroflot zum größten Betreiber des neuen Flugzeugs werden. Der Gesamtwert des jetzt gemeldeten Deals beträgt, wie es hieß, umgerechnet mehr als fünf Milliarden US-Dollar. Jeden Jet bekommt Aeroflot also für rund 100 Millionen Dollar. „Das ist billiger im Vergleich zu den westlichen Konkurrenten Boeing 737 MAX und Airbus der Serie neo, die ab 120 Millionen Dollar kosten“, kommentierte der russische Luftfahrt-Experte Roman Gussarow.

    Wie Gussarow für vz.ru erläuterte, hat der Hersteller Irkut auch andere Aufträge für die neue Maschine, doch bei weitem nicht alle davon sind endgültig besiegelt. Umso wichtiger ist der neue Vertrag – er allein wäre schon ausreichend, um die Serienproduktion zu starten, die jetzt vorbereitet wird. Künftig soll die Produktion 70 Maschinen jährlich erreichen. Ihren Erstflug hatte die MS-21 im Mai 2017 absolviert.

    Der russische Flugzeug-Experte Viktor Prjadka sagte gegenüber Sputnik, die MS-21 löse voraussichtlich Maschinen der russischen Tu-154-Familie ab und sei auch ein direkter Konkurrent der westlichen A320-Familie. Im Vergleich zur A320 habe die russische Maschine einen größeren Rumpf – dies bedeute mehr Komfort für die Passagiere. Ein weiterer Vorteil sei die breite Anwendung von Verbundwerkstoffen.

    Zwar sollen die ersten 25 MS-21-Maschinen mit dem ausländischen Triebwerk W1400G von Pratt & Whitney ausgestattet werden, doch dann soll die Ausstattung mit dem neuen russischen Triebwerk PD-14 möglich sein, das derzeit seine Zertifizierungstests absolviert.

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    Tags:
    Jets, Passagierflugzeug, Deal, Produktion, MS-21-300, Ms-21, Airbus, Aeroflot, Boeing, Russland