19:41 23 Februar 2018
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    DIHK lobt Wirtschaftsboom: „Ohne Russland-Sanktionen wäre es noch besser“

    © AP Photo/ Michael Probst
    Wirtschaft
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    Paul Linke
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    DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben wirbt für ein Ende der Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Am Rande eines Pressegesprächs zur aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung macht er im Sputnik-Interview darauf aufmerksam, wie wichtig Wirtschaftsbeziehungen zu Russland sind.

    „Die deutsche Wirtschaft läuft auf Hochtouren.“ Mit diesen Worten stellte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), am Mittwoch die Ergebnisse der DIHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn 2018 in Berlin vor.

    Der DIHK erhöhe seine Prognose für 2018 um 0,5 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent. Die Einschätzung, dass die Unternehmen rund 600.000 zusätzliche Stellen schaffen werden, bleibe konstant. „Der Beschäftigungsaufbau geht damit in sein dreizehntes Jahr“, sagte Wansleben beim Pressegespräch zur „wirtschaftlichen Entwicklung 2018“.

    Auch die Exporterwartungen würden sich deutlich verbessern – „vor allem dank der guten wirtschaftlichen Entwicklung in Europa“, so der DIHK-Geschäftsführer.

    Aber nicht nur die deutsche Wirtschaft verzeichnet einen starken Zuwachs. Das Wachstum der russischen Wirtschaft betrug im Jahr 2017 trotz der Wirtschaftssanktionen gegen die Russische Föderation 1,8 Prozent. Was das globale BIP-Wachstum betreffe, so liege die Prognose für 2018 und 2019 bei 3,9 Prozent, berichten russische Medien unter Berufung auf ein offizielles Dokument.

    Sind Wirtschaftssanktionen gegen Russland noch sinnvoll?

    Für die deutsche Wirtschaft seien die Geschäftsbeziehungen zu Russland eines der Kernthemen, betonte Wansleben:

    „Wir wissen, wie wichtig das in jeder Form ist. Deshalb werben wir auch für alle möglichen Geschäfte mit Russland. Wir zeigen auch auf, welche Kosten Sanktionen verursachen. Wir verzeichnen immer niedrigere Arbeitsteilungen mit unserem Geschäftspartner. Man sieht, dass die Russen vielfach vieles selbst machen, was sie in der Arbeitsteilung effizienter hüben als drüben erledigen könnten.“

    Da gebe es viel zu tun und eine Menge an Potential in der Zusammenarbeit mit russischen Unternehmen, viel Freundschaft und gute Kontakte, unterstrich Wansleben. „Und überhaupt keine Frage. Die wirtschaftliche Situation wäre deutlich besser, wenn wir keine Sanktionen hätten.“ Er betonte jedoch, die DIHK sei Wirtschaft und nicht Politik, und man müsse akzeptieren, dass die Politik ihre eigene Verantwortung trage.

    Am ersten März 2018 veranstaltet die DIHK in Berlin die „Russland-Konferenz“, bei der Fragen der Wirtschaftsbeziehungen zu Russland diskutiert und erörtert werden sollen.

    Das komplette Interview mit Martin Wansleben (DIHK) zum Nachhören:

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    Tags:
    Zusammenarbeit, Wachstum, Sanktionen, Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Russland, Deutschland
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