04:25 21 Oktober 2018
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    Nord Stream 2: Intesa Sanpaolo zur Teilnahme bereit – aber was sagt EU-Kommission?

    © Foto: Axel Schmidt/Nord Stream 2
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    Die italienische Finanzgruppe Intesa Sanpaolo hat ihre Bereitschaft erklärt, sich an der Finanzierung des Projekts „Nord Stream 2“ zu beteiligen, dies aber nur, wenn dem die Sanktionen nicht im Wege stehen. Das teilte der Vorsitzende des Direktorenrates der Bank Intesa, Antonio Fallico, im Interview mit der Agentur RIA Novosti mit.

    „Wir warten auf eine diesbezügliche Entscheidung der Europäischen Kommission. Aus vielerlei Gründen ist sie bisher nicht getroffen worden.  Sollte sie positiv ausfallen, d. h. sollten sich die Sanktionen nicht auf dieses Projekt erstrecken, so ist die Bank Intesa bereit, sich zu beteiligen. Sollte die Entscheidung negativ sein, aber wir hoffen, dass dies nicht geschieht, dann wird die Bank nicht im Projekt figurieren können, gleich vielen anderen potentiellen Teilnehmern“, sagte Fallico.

    Seines Erachtens würden die nächsten Tage Klarheit in dieser Frage bringen. „Auf jeden Fall muss das nach der Präsidentschaftswahl in Russland klar werden“, ergänzte der Chef des Direktorenrates der Bank Intesa, die zur Finanzgruppe Intesa Sanpaolo gehört.

    „Natürlich können wir nur jene Segmente des Business finanzieren, die nicht unter die Sanktionen fallen. Ich hoffe sehr, dass die Oberhäupter Deutschlands und Frankreichs schon begriffen haben, dass sich derartige Einschränkungen nicht nur gegen die Russische Föderation, sondern auch gegen Europa richten. Sollte Nord Stream 2 nach amerikanischen Sanktionen blockiert werden, wird die Wirtschaft der EU große Verluste erleiden“, warnte Fallico.

    Nord Stream 2 ist das Projekt einer Gaspipeline, die in zwei Strängen aus Russland über den Meeresgrund der Ostsee direkt nach Deutschland führen wird. Die neue Pipeline soll neben Nord Stream verlegt werden. Das Projekt wird von der Nord Stream 2 AG in die Tat umgesetzt. Der russische Gasgigant Gazprom verfügt über 51 Prozent der Aktienanteile dieser AG. Bis Ende 2019 soll die neue Pipeline in Betrieb genommen werden. Ihre Kapazität erreicht  55  Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr.

    Gegen die Verwirklichung des Projekts treten insbesondere die Ukraine, die um ihre Einnahmen aus dem russischen Gastransit fürchtet, und die USA ein, die ambitiöse Pläne zum Export ihres Flüssigerdgases nach Europa schmieden.

     

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    Tags:
    Nord-Stream-2, Intesa Sanpaolo, USA, Ostsee, Russland, Deutschland, Italien