22:56 15 Oktober 2018
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    Gasförderung im ukrainischen Gebiet Lwiw (Archivbild)

    Ukraine krankt an Gasmangel – Schulen und Betriebe vor Schließung

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    Wirtschaft
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    Wegen des bereits vorausgesagten Mangels an Erdgas hat das ukrainische Ministerium für Kohleindustrie seinem Leiter Igor Nassalik zufolge den Gasverbrauch im Land zeitweilig eingeschränkt. Diese Maßnahme sei für die kommenden fünf Tage gültig.

    „Zurzeit arbeiten wir alle einwandfrei. Ein ab heute gültiger Aktionsplan sieht eine Umstellung der stromerzeugenden Unternehmen von Gas auf Masut vor, was es uns ermöglichen wird, täglich zwischen 15 und 20 Millionen Kubikmeter Gas zu sparen“, sagte Nassalik am Freitag vor der Werchowna Rada (ukrainisches Parlament). 

    Wie er ferner ausführte, wurde zudem allen Bildungseinrichtungen bzw. Industriebetrieben empfohlen, ihre Tätigkeiten in diesen Tagen bzw. ihren Produktionsplan zeitweilig einzustellen bzw. zu revidieren.

    Wie der Chef des ukrainischen Energieversorgers Naftogaz, Andrej Kobolew, am Donnerstag in Kiew sagte, hatte sich der russische Gasgigant Gazprom geweigert, die Versorgung der Ukraine wiederaufzunehmen.

    Zuvor hatte Gazprom-Vizevorstandschef Alexander Medwedew bestätigt, dass die Ukraine für die März-Lieferungen gezahlt hatte. Aber Gazprom habe den Betrag zurückerstattet, weil ein Zusatzprotokoll zum Gasversorgungsvertrag immer noch nicht abgestimmt sei.

    Die Entscheidung von Gazprom, im März kein Gas an die Ukraine zu liefern, wurde von Naftogaz als ein Verstoß gegen den jüngsten Beschluss des Stockholmer Schiedsgerichtshofs gewertet. Somit mache die russische Seite die Erfüllung des Gerichtsbeschlusses unmöglich, wonach die Ukraine minimale Gasmengen in Russland kaufen müsse, hieß es in Kiew.

    Im vergangenen Dezember hatte das Stockholmer Gericht Naftogaz verpflichtet, Gazprom zwei Milliarden US-Dollar für das bereits verbrauchte Erdgas zu zahlen. Zudem habe die Ukraine gewisse minimale Gasmengen in Russland zu kaufen.

    Der Dauerstreit zwischen Russland und der Ukraine um die Gaspreise und Gasschulden hatte bereits früher mehrmals ernsthafte Konflikte zur Folge gehabt. So drehte Gazprom am 1. Januar 2009 den Gashahn für die Ukraine zu, weil Kiew Schulden in Milliardenhöhe immer noch nicht beglichen hatte. Kiew musste die in die EU führende Exportpipeline anzapfen, was zu Engpässen in mehreren europäischen Ländern geführt hatte.

     

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    Tags:
    Gasverbrauch, Stockholmer Gericht, Naftogaz, Gazprom, Igor Nassalik, Andrej Kobolew, Alexander Medwedew, Russland, Ukraine