01:25 20 April 2018
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    Röhren für die Gaspipeline Nord Stream 2

    Deutschlands Naturschutzbund klagt gegen Nord Stream 2

    © Foto: Nord Stream 2 / Wolfram Scheible
    Wirtschaft
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    Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) will am Montag eine Klage gegen den Beschluss des Bergamtes Stralsund über den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 in deutschen Gewässern einreichen, wie das Internet-Portal Deutsche Wirtschafts Nachrichten berichtet.

    Der Umweltverband begründet die Klage unter anderem mit dem fehlenden Bedarf an weiteren Gaslieferungen aus Russland. Die Gasimport- und Speicherkapazitäten Deutschlands seien heute drei Mal so groß wie der tatsächliche Verbrauch, und die Baugenehmigung für Nord Stream 2, die das Bergamt im Januar erteilt hatte, basiere auf überholten Annahmen.

    Nach Auffassung der Umweltschützer wird mit dem Bau der Pipeline in streng geschützte Lebensräume eingegriffen. Die Gaspipeline verlaufe nämlich vollständig durch Meeresschutzgebiete.

    „Wir sehen eklatante Verfahrensfehler und bezweifeln, dass der Bau der Pipeline keine erheblichen Auswirkungen auf die Meeresumwelt hat“, sagte der Nabu-Meeresschutzexperte Kim Detloff.

    Das Portal unterstreicht, dass osteuropäische und baltische Staaten gegen das Projekt Front machen. So wolle Polen selbst zu „einem wichtigen Drehkreuz für Energietransfers in Europa“ werden.

    Dabei sieht die Gazprom-Tochter Nord Stream 2 in der Klage keine Bedrohung für den Bau der 1.200 Kilometer langen Erdgaspipeline. Wie ein Sprecher des Pipelinebauers am Freitag sagte, hat Nord Stream 2 im Genehmigungsverfahren detailliert nachgewiesen, dass die Pipeline notwendig sei, um die zukünftige Versorgungslücke in Europa teilweise zu verkleinern. Zudem werde die Pipeline umweltverträglich gebaut.

    Das Projekt Nord Stream 2 sieht die Verlegung von zwei Strängen mit einer Jahresgesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern vor. Die Stränge sollen parallel zur bereits bestehenden Pipeline Nord Stream von der russischen Ostseeküste bis nach Deutschland verlaufen. Die Pipeline soll im Jahr 2019 in Betrieb genommen werden.

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    Tags:
    Projekt, Bau, Nord Stream 2, Deutsche Wirtschafts Nachrichten (DWN), Polen, Deutschland