20:04 18 August 2018
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    Gasförderung (Symbolbild)

    Kiew fordert: Russland soll überteuerte Gasimporte aus EU mitfinanzieren

    © AFP 2018 / Genya Savilov
    Wirtschaft
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    Die Ukraine muss im März für das aus Europa zu liefernde Gas einen um fast 34 Prozent höheren Preis zahlen als für russisches Gas. Der ukrainische Energieversorger Naftogaz fordert laut seinem Geschäftsführer Juri Witrenko daher vom russischen Gaskonzern Gazprom, den Preisunterschied zu kompensieren.

    „Der Durchschnittspreis für europäisches Gas liegt im März um 33,9 Prozent über dem von Gazprom. Dieser Mehrbetrag wird Gazprom zur Kompensation vorgelegt“, schrieb Witrenko am Montag auf seinem Facebook-Account.

    Wie er ferner ausführte, hat Naftogaz bereits eine entsprechende amtliche Mitteilung an die russische Seite gerichtet.

    Laut Witrenko hat Kiew zuerst damit gerechnet, Anfang März russisches Gas bei Gazprom zu kaufen, weil der Preis für europäisches Gas in diesen Tagen deutlich höher als bei Gazprom gewesen sei und bis zu 1.000 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter betragen habe.   

    Der russische Gaskonzern Gazprom hatte zuvor die Gaslieferungen in die Ukraine eingestellt, da mit Naftogaz kein Lieferprotokoll abgestimmt werden konnte. Am Samstag hatte der Vize-Vorstandsvorsitzende von Gazprom, Alexander Medwedew, mitgeteilt, dass der russische Konzern außerdem im Stockholmer Schiedsgericht das Verfahren zur Kündigung aller Verträge mit dem ukrainischen Energieversorger über die Lieferung und Transit von Gas eingeleitet habe.

    Hinzu kommt, dass das Ministerium für Energiewirtschaft und Kohleindustrie der Ukraine wegen des durch die starke Kälte verursachten Energiemangels den Gasverbrauch bis zum 6. März eingeschränkt hat.

    Das Schiedsgericht der Handelskammer Stockholm hatte am 28. Februar einer Klage von Naftogaz gegen Gazprom stattgegeben und den russischen Energiekonzern dazu verpflichtet, Naftogaz 2,56 Milliarden US-Dollar zu zahlen. Gazprom ist mit diesem Beschluss kategorisch nicht einverstanden. Gazprom-Chef Alexej Miller zufolge ließ sich das Gericht von der Doppelmoral leiten und verletzte das Gleichgewicht der Interessen, da der Beschluss mit „der schweren Wirtschaftslage in der Ukraine“ erklärt wurde.

     

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    Tags:
    Gas, das Stockholmer Schiedsgericht, Naftogaz, Gazprom, Alexej Miller, Alexander Medwedew, Juri Witrenko, Russland, Ukraine
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