15:38 23 April 2018
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    EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker signiert Deklaration während EU-Gipfel, Italien (Archiv)

    Am Rande des Handelskriegs: EU droht USA mit Vergeltungsliste

    © AP Photo / Alessandra Tarantino
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    Die von US-Präsident, Donald Trump, angekündigten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte haben in den Wirtschaftskreisen der Weltgemeinschaft eine heftige Diskussion ausgelöst. Die EU ihrerseits verspricht Gegenmaßnahmen, die auf amerikanische Produkte abzielen, berichtet Bloomberg am Dienstag.

    Demnach hat die EU bereits eine Sanktionsliste vervollständigt, auf der zu etwa gleichen Teilen Stahl, Konsumgüter, Lebensmittel und Getränke stehen.

    Eine der aufgelisteten  Kategorien  mit einem Volumen von rund einer Milliarde Euro umfasst US-Importe von Orangensaft, Whiskey und Mais. In die zweite Warengruppe fallen Hemden, Jeans und andere Textilien, Schuhe, Kosmetik und  Gebrauchsgegenstände sowie Motorräder und Sportboote, ebenfalls im Gesamtwert von knapp einer Milliarde Euro. Auch Stahl- und andere Industrieprodukte im Wert von 854 Millionen Euro befinden sich auf der Sanktionsliste.

    Die Strafabgaben werden jedoch nicht unmittelbar verhängt. Zuerst muss der US-Präsident die Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte wirklich erheben. Bisher sei die Vergeltungsliste der EU nur als Drohung zu erachten.

    Am Freitag erklärte EU-Kommissionspräsident, Jean-Claude Juncker, im Zusammenhang mit der US-Handelsoffensive vor einer Pressekonferenz in Hamburg: „Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie unsere Industrie durch unfaire Maßnahmen getroffen wird, die Tausende europäische Arbeitsplätze gefährden.“

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    Zuvor hatte Donald Trump erklärt, dass er viele Probleme mit der EU habe und dies „in etwas Größeres in dieser Hinsicht, in der Hinsicht des Handels“ führen könne. „Die Europäische Union ist gegenüber den Vereinigten Staaten in Bezug auf den Handel sehr unfair.“

    Der US-Präsident behauptete, es sei äußerst schwierig, amerikanische Waren auf den europäischen Markt zu bringen, während die europäischen Waren „ohne Steuern oder mit sehr geringen Steuern” verkauft werden.

    Daher habe Trump beschlossen, einen „Handelskrieg“ zu starten, wofür auch der US-Handelsminister, Wilbur Ross, und der Leiter des Handelsrats des Weißen Hauses, Peter Navarro, plädierten.

    Am 1. März hatte Trump die Einführung von Schutzzöllen auf Lieferungen von Aluminium und Stahl aus dem Ausland angekündigt. Der Schutzzoll auf den Stahlimport soll 25 Prozent und auf den Aluminiumimport zehn Prozent betragen. Diese Restriktionen werden alle großen Stahlexporteure treffen, darunter auch Russland und China. Die chinesische Regierung wollte Geheimverhandlungen über diese Zolltarife führen. Es wird damit gerechnet, dass der US-Präsident das entsprechende Dokument in der kommenden Woche unterzeichnet.

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    Tags:
    Strafzölle, Sanktionsliste, Handelskrieg, Donald Trump, EU, USA
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