13:01 26 April 2018
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    Eine Gas-Pipeline des russischen Gaskonzerns Gazprom

    Beschlagnahme von Gazprom-Aktiva? Ukrainischer Premier beauftragt Justizministerium

    © Foto: Gazprom
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    Der ukrainische Ministerpräsident Wladimir Groisman hat das Justizministerium des Landes beauftragt, dessen Handlungen mit dem Energiekonzern Naftogaz in Bezug auf eine mögliche Beschlagnahme von ausländischen Gazprom-Aktiva zu koordinieren.

    „Ich beauftragte das Justizministerium, Handlungen mit der Naftogaz-Leitung in Bezug auf die mögliche Beschlagnahme von ausländischen Gazprom-Aktiva im Fall der Nichteinhaltung der Beschlüsse des Stockholmer Schiedsgerichtes zu koordinieren“, schrieb Groisman auf Twitter.

    Zuvor hatte Groisman erklärt, dass er das Justizministerium beauftragt habe, die Bemühungen zu verstärken, um von Gazprom eine Strafe, die der Konzern laut dem Gerichtsurteil  auszahlen soll, sowie eine Antimonopolstrafe einzufordern.

    Das Handelsgericht in Stockholm hatte am 28. Februar einer Klage von Naftogaz gegen Gazprom stattgegeben und den russischen Energiekonzern verpflichtet, Naftogaz 2,56 Milliarden US-Dollar als Ausgleich zu zahlen – Russland habe weniger Gas durchgeleitet als vereinbart.

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    Der russische Konzern kritisierte das Gerichtsurteil als „asymmetrisch“ und beschloss, alle seine Verträge mit Naftogaz vor dem Internationalen Schiedsgericht in Stockholm zu kündigen. Daraufhin weigerte sich Gazprom, Naftogaz kurzfristig wieder Gas zu verkaufen, und überwies eine Vorauszahlung aus Kiew für März zurück. Es fehlten die nötigen Zusatzverträge, begründete Gazprom die Entscheidung. Der Gazprom-Vorstandschef, Alexej Miller, erklärte am vergangenen Freitag, dass der Konzern die ökonomischen Probleme der Ukraine nicht auf seine Kosten lösen werde.

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    Tags:
    Beschlagnahme, Aktiva, Justizministerium, Naftogaz, Gazprom, Wladimir Groisman, Russland, Ukraine
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