22:25 17 November 2018
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    Eine-Griwna-Schein (Symbolbild)

    Darum sollen Ukrainer mehr für Gas zahlen – IWF

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    Wirtschaft
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    2017109

    Der Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF) in der Ukraine, Jost Ljungman, hat in einem Interview für die ukrainische Zeitschrift „Nowoje Wremja“ aufgeklärt, warum die Gaspreise auf dem ukrainischen Markt erhöht werden sollen.

    Laut Ljungman ist der Preisunterschied für Gas auf dem ukrainischen Markt ein Grund der Korruption und der Gasverschwendung.

    Die Erhöhung der Gaspreise werde ermöglichen, Korruptionsschemas zu vermeiden. Diese würden darin bestehen, dass Gas zum Preis für Privathaushalte gekauft und dann an Unternehmen zum höheren Preis weiterverkauft werde.

    Der IWF-Vertreter ist außerdem der Ansicht, billiges Gas sei für „reiche Menschen mit großen Häusern“ günstig, die viel Gas verbrauchen.

    „Zum Ausgangspunkt soll der Verkauf von Gas zum Marktpreis werden, damit der Mehrerlös aus dem Verkauf an reiche Haushalte zur Stärkung des Systems der kommunalen Subventionen genutzt werden kann“, sagte Ljungman.

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    Zuvor hatte der IWF Kiew Forderungen für den Erhalt der nächsten Tranche gestellt, darunter die Gründung eines Antikorruptionsgerichts, die Verabschiedung eines Privatisierungsgesetzes sowie die Regulierung der Gaspreise.

    Seit 2014 wurden in der Ukraine im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem IWF die Gaspreise für die Bevölkerung mehrmals erhöht, im Zusammenhang damit stiegen die Tarife in der Wohnungs- und Kommunalwirtschaft. Der Preis für eintausend Kubikmeter Gas für die Bevölkerung stieg von 725 Griwna im Jahre 2013 auf 6879 Griwna im Jahre 2016, und zwar von 28 auf 266 Dollar oder um das 9,5-fache.

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    Tags:
    Gaspreise, Erhöhung, Gasverbrauch, Gas, Bevölkerung, Korruption, Internationaler Währungsfonds (IWF), Jost Ljungman, Ukraine