12:05 17 Juli 2018
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    Bau der Pipeline Turkish Stream (Archiv)

    Experte: Mit Turkish Stream wird Gazprom ein Riesenproblem los

    © Foto: TurkStream
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    Gazprom hat über den Verlauf des Baus des Meeresabschnitts von Turkish Stream berichtet. Experte Alexander Rasuwajew sprach mit Sputnik über die Vorteile, die der russische Gaskonzern vom Bau dieser Gaspipeline unter Umgehung der Ukraine bekommt.

    „Es wurden 991 Kilometer Rohre verlegt – 53 Prozent der Gesamtlänge des Meeresabschnitts der zwei Stränge“, heißt es in einem aktuellen Bericht von Gazprom.

    Turkish Stream sieht den Verlauf einer Gaspipeline über den Schwarzmeerboden vor, die aus zwei Strängen mit einer Kapazität von jeweils 15,75 Milliarden Kubikmeter besteht.

    Der erste Strang ist für Gaslieferungen an die Türkei bestimmt, der zweite an die Länder Süd- und Südosteuropas.

    Die Bauarbeiten sollen im Dezember 2019 abgeschlossen werden. Gazprom wird der ganze Meeresabschnitt gehören. Zudem wird der Konzern die Finanzierung des Baus von beiden Richtungen völlig übernehmen. Für die Gastransportinfrastruktur wird in der Türkei die türkische Firma Botas zuständig sein.

    Die geschätzten Kosten des Projekts wurden vor Kurzem von sechs auf sieben Milliarden Dollar erhöht.

    Der Leiter der analytischen Abteilung der Firma Alpari, Alexander Rasuwajew, sieht den Bau der Turkish-Stream-Leitung positiv. Er sagte gegenüber Sputnik, dass der Bau der Pipeline unter Umgehung der Ukraine Gazprom von zahlreichen Risiken befreien werde.

    „Man muss gut verstehen, dass Gazprom ein ernstzunehmendes Problem hat – den ukrainischen Transit. Die Frage besteht hier nicht in den drei Milliarden Dollar, die Gazprom für den Transit zahlt, sondern in politischen Risiken. Falls Nord Stream 2 und Turkish Stream umgesetzt werden, wird sich Gazprom von den Risiken des ukrainischen Transits befreien. Zudem zeigt der Bau von Turkish Stream, dass Ankara ein zuverlässigerer Partner als Sofia bzw. andere Länder der EU ist. Bekannt ist, dass die bulgarische Geschichte South Stream untergrub. Turkish Stream entstand da als Alternative“, sagte Rasuwajew.

    Laut dem Experten wird der Gastransit nach Europa für Gazprom vorrangig bleiben.

    „Der europäische Markt ist am wichtigsten für Gazprom selbst nach Beginn der Lieferungen an China. Nach Europa werden 75 Prozent gehen, nach China 25 Prozent. Natürlich ist auch die Türkei selbst ein sehr guter Markt, doch der Transit bleibt vorrangig. Es ist sehr gut, dass diese Projekte umgesetzt werden. Natürlich gibt es große Politik, große Wirtschaft – beispielsweise versuchen die Amerikaner, ihr Flüssiggas in Europa durchzusetzen. Doch bislang halten wir die Positionen fest in der Hand“, sagte der Experte.

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    Tags:
    Transit, Gaslieferung, Gasprojekt Türkish Stream, Gazprom, China, Russland, Türkei
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