16:46 18 Juli 2018
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    Nord Stream 2: Ukraine kann Folgen nicht verkraften - Energieexperte

    © Foto: Nord Stream 2/ Axel Schmidt
    Wirtschaft
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    Die Ukraine ist gegen die Inbetriebnahme der geplanten Gaspipeline Nord Stream 2. Dies erklärte der Ex-Pressesprecher des ukrainischen Gasversorgers „Naftogas” Walentin Semljanskij in einem Interview mit dem TV-Sender „NewsOne“.

    Seinen Worten zufolge könnte ein Rückgang des Transitvolumens nach der Inbetriebnahme einer neuen Gaspipeline zur Stilllegung einer Reihe von Gasfernleitungen in der Ukraine führen.

    „Ein gewisses Transitvolumen wird weiterhin über das ukrainische Gastransportsystem transportiert. Das Problem ist nur, dass es nicht so groß wie jetzt sein wird. Das Problem liegt darin, dass wir das ukrainische Gastransportsystem in seiner heutigen Form nicht mehr brauchen  — es kann 120 bis 140 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr pumpen, was nicht notwendig sein wird. Wir müssen uns jetzt überlegen, was wir mit dem Gastransportsystem weiter tun sollen“, so  Semljanskij.

    Laut dem Experten  könnte eine große Zahl von ukrainischen Gasverbrauchern nach der Inbetriebnahme der Pipeline und der ungenügenden Auslastung des Gastransportsystems ohne Gasversorgung bleiben. Zudem ist auch Naftogaz nicht bereit, dieses Problem zu lösen.

    Die neue Pipeline soll umfrangreichere Gaslieferungen aus Russland nach Europa ermöglichen. Die Nord Stream 2 AG hatte am Dienstag mitgeteilt, sie habe die Genehmigung für den Bau und Betrieb des Pipelinesystems in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone erhalten.

    Diese Genehmigung sei vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erteilt worden, hieß es. Das Bergamt Stralsund hatte nach Angaben der AG bereits zuvor den Bau und Betrieb in deutschen Territorialgewässern und im Anlandebereich genehmigt.

    Nord Stream 2 ist das Projekt einer Gaspipeline, die aus Russland über den Meeresgrund der Ostsee direkt nach Deutschland führt. Das Projekt wird von der Nord Stream 2 AG in die Tat umgesetzt. Der russische Gasgigant Gazprom verfügt über 51 Prozent der Aktienanteile dieser AG. Bis Ende 2019 soll die neue Pipeline in Betrieb genommen werden. Ihre Kapazität soll 55  Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr erreichen.

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    Tags:
    Gasstreit, Nord Stream 2, Betrieb, Pipeline, Naftogaz, Gazprom, Deutschland, Ukraine
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