23:23 17 Juli 2018
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    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko (Archivbild)

    Poroschenkos Vorschlag: Pumpt mehr Gas durch die Ukraine

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    Wirtschaft
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    Statt in die Ostseepipeline Nord Stream 2 zu investieren, sollten europäische Konzerne doch besser die ukrainischen Gasleitungen modernisieren. Dann könnte mehr russisches Gas durch die Ukraine in die EU transportiert werden. So sieht der ukrainische Präsident Poroschenko die Zukunft der Gasversorgung Europas.

    Deutsche Politiker und Unternehmen sollten ihre Investitionen in Nord Stream 2 „genau überdenken“, sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko gegenüber dem „Handelsblatt“. Nord Stream 2 sei ein rein politisches Projekt und habe „keine ökonomisch gerechtfertigte Grundlage“.

    Poroschenkos Alternative: die ukrainische Transitpipeline.

    „Die ist viel billiger. Sie kann leicht und günstig modernisiert werden“, so der Staatschef im Zeitungsinterview.

    Die ukrainische Transitleitung könne heute bis zu 100 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich durchleiten. „Das können wir leicht sehr stark ausbauen.“ Kiew sei bereit, sich bei diesem Projekt europäischen Partnern anzuschließen.

    Die Werchowna Rada (ukrainisches Parlament) hat am Donnerstag die Gesetzgeber und Regierungen anderer Länder aufgefordert, den Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 zu verbieten. Die entsprechende Erklärung haben ukrainischen Abgeordnete mit 266 Stimmen (bei nötigen 226) verabschiedet.

    Im März hatten die Parlamente Litauens, Lettlands und Polens eine gemeinsame Erklärung gegen Nord Stream 2 abgegeben. Die Ostsee-Leitung sei ein geopolitisches Projekt, dem der Verzicht auf den Gastransit durch die Ukraine zugrunde liege.

    Die Bundesregierung hat den Bau von Nord Stream 2 kürzlich vollends genehmigt. Wenige Tage später hat dies auch die finnische Regierung getan. Die Nord Stream 2 AG, der Betreiber der künftigen Pipeline, rechnet nun auch mit der endgültigen Baugenehmigung anderer Länder, nämlich Russlands, Schwedens und Dänemarks.

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    Tags:
    Gaspipeline, Genehmigung, Bau, Gasstreit, Gaslieferungen, Nord Stream 2, Gazprom, Bundesregierung, Petro Poroschenko, Deutschland, Russland, Ukraine
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