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    Weltbank-Präsident Jim Yong Kim (l.) und IWF-Chefin Christine Lagarde in Washington

    Protest gegen Kreditpolitik: Russland macht bei Weltbank-Kapitalerhöhung nicht mit

    © REUTERS / Yuri Gripas
    Wirtschaft
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    Russland wird sich an der geplanten Kapitalerhöhung der Weltbank nicht beteiligen, weil es mit ihrer neuen Kreditpolitik nicht einverstanden ist. Dies teilte der russische Vize-Finanzminister Sergej Stortschak am Samstag nach der Aktionärsversammlung der Weltbank mit.

    Die neuen Kreditvergabe-Regeln der Weltbank zielten auf große Zuschüsse für die ärmsten Länder und würden zugleich zeitnahe Kürzungen der Kreditbetreuung für ihre wichtigsten Darlehensnehmer, Indien und China, vorsehen. Zuvor habe die Weltbank auch die Projektfinanzierung in Russland eingestellt, was ein wesentlicher Grund für Russlands Nichtbeteiligung an der Kapitalerhöhung sei, so der Vizeminister weiter.

    Dies könnte zur Folge haben, dass Russlands Kapitalanteil bzw. die Stimmenzahl im Exekutivdirektorium der Bank sinken.

    Die Logik „des Hauptanteilseigners“ (der USA) ist laut Stortschak „sehr einfach“ – ein Staat, der seine Währungsreserven in US-Wertpapieren aufbewahrt, sei „schon nicht arm“ und sollte von der Weltbank „diese Ressource nicht leihen“. Dabei verwies der Vizeminister darauf, dass die Projekte in Drittweltländern für die Bank kaum rentabel seien.

    Aber die Weltbank müsse wie jedes andere Kreditinstitut auch etwas verdienen. „Sie muss sich zumindest irgendwie selbst tragen sowie über Ressourcen für die Subventionierung des Zinssatzes für die Ärmsten verfügen, die sich dem Markt überhaupt nicht annähern können. Darin liege der eklatante Widerspruch dieser Reform“, sagte der Vizeminister.

     

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    Tags:
    Zinsen, Kredit, Weltbank, Sergej Stortschak, dritte Länder, Indien, USA, Russland, China