11:28 21 September 2018
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    Bau der Pipeline Nord Stream 2 (Archiv)

    Darum kann Ukraine Nord Stream 2 nicht stoppen – Ex-Minister

    © Foto : Nord Stream 2/Axel Schmidt
    Wirtschaft
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    Der ehemalige ukrainische Minister für Energie und Kohleindustrie Eduard Stawyzkyj hat gegenüber dem Sender NewsOne erklärt, warum Kiew das Projekt zum Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 nicht stoppen kann.

    Laut dem Politiker benötigt Europa wegen der Kürzung der Gasförderung in der Nordsee seitens Großbritanniens sowie wegen Deutschlands und Belgiens Verzicht auf Atomenergie „eine Balance“. Der Bau der Gaspipeline sei für Deutschland am vorteilhaftesten, da es der Motor der europäischen Wirtschaft sei.

    „Die Ukraine verliert ihre Chance, dieser Konfrontation standzuhalten“, so Stawyzkyj gegenüber dem ukrainischen Sender NewsOne. Dem fügte er hinzu, dass sich die Einnahmen des ukrainischen Erdgastransportsystems wegen Turkish Stream und Nord Stream 2 mindestens zweimal verringern würden. Russlands Anteil an dem EU-Energiemarkt betrage etwa ein Drittel.

    „Europa verbraucht etwa 425 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Russland hatte im vorigen Jahr einen Rekord aufgestellt und etwa 150 Milliarden Kubikmeter geliefert“, so Stawyzkyj.

    Mehr zum Thema: Nord Stream 2: „Offensive für Ukraine, Energie-Erpressung von EU“ – Kiews Fieberwahn >>>

    Das Projekt Nord Stream 2 sieht die Verlegung von zwei Pipelinesträngen mit einer Jahresgesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern Gas vor. Die Stränge sollen parallel zur bereits bestehenden Pipeline Nord Stream von der russischen Ostseeküste bis nach Deutschland verlaufen.

    Gegen das Pipeline-Projekt machen mehrere Länder Front. Dazu gehören die Ukraine, die um ihre Einnahmen aus dem Transit russischen Gases bangt, und die USA, die ambitionierte Pläne zum Export von Flüssiggas nach Europa hegen. Lettland, Litauen und Polen haben gemeinsam ihren Unwillen über den Bau geäußert.

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    Tags:
    Gastransit, Gastransportsystem, Gasförderung, Einnahmen, Gaspipeline, Widerstand, stoppen, Stopp, Nord Stream 2, Eduard Stawyzkyj, EU, Deutschland, Ukraine, Russland