15:00 14 November 2018
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    Wie Geldroboter Vermögen vernichten und die Weltwirtschaft in Krisen stürzen

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    Valentin Raskatov
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    Ein Wettrüsten um Geschwindigkeit findet auf den Finanzmärkten statt. Wer zuerst Trends erkennt, kassiert ab. Aber nach den Trends halten längst keine Menschen mehr Ausschau – sondern die Computer selbst. Mit allen schwerwiegenden Folgen, betont Sachbuchautor Martin Ehrenhauser gegenüber Sputnik. Er hat ein Buch über die „Geldroboter“ geschrieben.

    Was ist ein Geldroboter?

    Die Kauf- und Verkaufsprozesse im Finanz-Cyberspace sind mittlerweile vollkommen automatisiert und werden von Algorithmen gesteuert. Die Geldroboter sind spezielle Akteure in diesem Cyberspace, sogenannte Hochfrequenzhändler, die die Käufe und Verkäufe in einer rasend schnellen Zeit durchführen, vergleichbar mit Zwischenhändlern – nur im Millisekundenbereich.

    Worauf beruht das Geschäftsmodell?

    Geldroboter kassieren als Zwischenhändler immer wieder die Preisdifferenz, wenn der Preis einer Aktie steigt oder auch, wenn er fällt. Sie profitieren also immer, besonders aber bei besonders häufigen Kursschwankungen und Krisen. Auch Manipulationen der Kurse sollen von solchen Maschinen vorgenommen werden.

    Wie profitieren Geldroboter von Krisen und wie vernichten sie das Geld der Anleger?

    Die Geldroboter waren die großen Profiteure beispielsweise der Krise in Griechenland 2015. Damals gingen die Preise hinauf und hinunter. Den Profit kassierten die Hochfrequenzhändler ein. Nach Ehrenhauser haben sie „für das Gemeinwohl keinen Sinn“ und sind sogar kontraproduktiv. Dadurch, dass sie dermaßen automatisiert sind, können sie außerdem Crashs in der Finanzwelt auslösen. Das verdeutlicht eine Meldung aus dem Jahr 2013, als ein falscher Tweet über eine Explosion im Weißen Haus abgesetzt wurde. Die Maschinen reagierten darauf und vernichteten innerhalb weniger Minuten 136 Milliarden Dollar – bis die Meldung dementiert wurde.

    Was kann man gegen Geldroboter tun?

    Es braucht Regelungen. Eine davon könnte eine „Geschwindigkeitsbegrenzung“ an den Aktienmärkten sein, schlägt Ehrenhauser vor. Dann gäbe es auch keinen Kampf mehr um den immer schnelleren und schnelleren Handel, der zu den obigen Problemen führen kann. Außerdem sollte aus Sicht des Sachbuchautors die Größe von Akteuren eingeschränkt werden, sodass der Niedergang eines Players nicht gleich die globalen Finanzmärkte mit in den Abgrund zieht.

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