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    Stahlproduktion

    Russische Stahl-Exporte nach Europa um 139 Prozent gestiegen

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    Wirtschaft
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    Die russischen Stahl-Exporte in die EU sind laut dem Präsidenten der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, allein in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum um 139 Prozent gestiegen.

    Wie er am Montag in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte, ist der drastische Anstieg der Importe der EU aus Ländern wie Russland oder der Türkei auf die Verhängung der Strafzölle auf Stahl und Aluminium durch die USA zurückzuführen.

    „Es ist völlig realistisch, dass die Länder, die wegen der Zölle nicht mehr in die USA liefern können, mit ihrem Stahl auf den europäischen Markt drängen“, sagte Kerkhoff.

    „Was der US-Präsident macht, ist nicht vergleichbar mit den Anti-Dumping-Maßnahmen der EU beispielsweise gegen China. Die Stahlindustrie in Deutschland und Europa ist nicht protektionistisch. Wenn wir Verwerfungen im internationalen Handel sehen, greifen wir zu Instrumenten, die WTO-rechtskonform sind“, fügte Kerkhoff hinzu.

    Zudem rief er die EU dazu auf, Schutzmaßnahmen gegen solche Umlenkungseffekte zu ergreifen.

    Anfang März hatte US-Präsident Donald Trump ein Dekret unterzeichnet, das die Einführung von weltweiten Einfuhrzöllen auf Stahl und Aluminium vorsieht. Die Einfuhrzölle betragen für Stahl 25 Prozent und zehn Prozent für Aluminium. Verschiedene internationale Wirtschaftsexperten äußerten daraufhin ihren Unmut darüber, dass diese Schritte zu einem „Handels-Weltkrieg“ führen könnten, falls beispielsweise China und die EU mit Gegenzöllen reagieren.

     

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    Tags:
    Stahl, Export, Neue Osnabrücker Zeitung, Hans Jürgen Kerkhoff, Donald Trump, Türkei, Deutschland, USA, Russland, China
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