06:47 16 August 2018
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    Lada-Produktion bei der Autoshow in Frankfurt-am-Main (Archivbild)

    Das Gegenteil von Willkommenskultur: Russische Firmen haben es schwer in Deutschland

    © AFP 2018 / John Macdougall
    Wirtschaft
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    Matthias Witte
    1911107

    Deutsche Unternehmen wollen weiter Geschäfte mit Russland machen, leiden aber unter den Sanktionen. Laut Matthias Gellner, dem Sprecher des AfD-Mittelstandsforums, werden den Firmen bürokratische Steine in den Weg gelegt. Umgekehrt sieht es jedoch für russische Firmen noch bedeutend schlechter aus.

    Russische Firmen haben es schwer in Deutschland. Der AfD-Politiker Matthias Gellner nahm als Sprecher des AfD-Mittelstandsforums an einem Treffen mit dem Leiter der Wirtschaftsabteilung in der russischen Botschaft teil. „Gerade im Technologiebereich versuchen viele russische Firmen, sich hier anzusiedeln“, sagt der Politiker.

    Dabei stoßen sie allerdings auf Widerstände.

    „Durch die negative Berichterstattung über Russland in den vergangenen Jahren und speziell in den letzten Monaten spürt man immer mehr eine gewisse Russland-Feindlichkeit“, erklärt Gellner. Diese sei bei einer Unternehmensgründung in Deutschland nicht förderlich. So berichteten russische Unternehmer bei dem Treffen von Problemen bei Banken. Sie mussten nachweisen, woher ihr Eigenkapital stamme. „Sie werden regelmäßig unter Generalverdacht gestellt: ‚Es könnte ja eine Finanzierung von Putin sein.‘ Mit solchen Problemen haben russische Unternehmer am Markt zu kämpfen“, sagt Gellner.

    Firmeninhaber erzählten dem Immobilienfachmann von Fällen, in denen Investitionen und Ansiedlungen nicht zustande gekommen sein, weil Russen kein Konto eröffnen durften. Banken hätten nicht mitgespielt.

    „Statt einer Willkommenskultur, bei der Deutschland die Wettbewerber aus Russland einladen und von ihren Innovationen profitieren, verwehren wir uns dieser Sache“, beklagt Gellner.

    Am Freitag traf die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Zuvor war bereits Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nach Russland gereist. Große Erwartungen, dass sich durch diese Treffen etwas an den Sanktionen ändert, hat Gellner nicht.

    Allerdings hegt er leise Hoffnungen. Die EU stehe durch den Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran und durch die zahlreichen Sanktionen unter Druck und müsse sich Russland auch gezwungenermaßen wieder annähern.

    Das komplette Interview mit Matthias Gellner (AfD) finden sie hier:

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    Tags:
    Probleme, Markt, Sanktionen, Unternehmen, EU, CDU, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Peter Altmaier, Angela Merkel, Wladimir Putin, USA, Sotschi, Deutschland, Russland
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