09:09 25 September 2018
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    Transportflugzeug An-124 Ruslan (Archivbild)

    Russland will Megajets ohne Ukraine bauen – Antonow: „Unmöglich“

    © Sputnik / Pawel Lissizin
    Wirtschaft
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    Der finanziell angeschlagene ukrainische Flugzeugbauer Antonow, weltweit bekannt durch seine superschweren Frachter der Baureihe An, glaubt nicht daran, dass Russland der traditionsreichen Marke wieder Leben einhauchen kann. Eine Zusammenarbeit mit dem Nachbarland lehnt Antonow dabei ab.

    Die russische Regierung hatte zuvor angedeutet, dass Russland die 2004 eingestellte Produktion der An-124-Flugzeuge wiederaufnehmen könnte. Die noch zu Sowjetzeiten konzipierte Maschine soll modernisiert unter einem neuen Namen auf den Markt kommen.

    Für Antonow sind das völlig unrealistische Pläne. Nach Angaben des in Kiew ansässigen Konzerns hat die russische Seite nicht die nötigen technischen Kenntnisse.

    VIDEO: Landung des weltgrößten Frachtflugzeugs An-225 >>

    „Nur der Staatsbetrieb Antonow verfügt über das nötige technische Know-how, alle nötigen Informationen zu Konstruktions- und Flugeigenschaften der An-124-100 sowie über wichtige Testdaten“, teilte das ukrainische Unternehmen am Dienstag auf Anfrage des Onlinemagazins Obozrevatel mit.

    „Eine Herstellung der Flugzeuge der An-124-Familie unter Ausschluss des Staatsbetriebs Antonow ist somit nicht möglich“, so die ukrainische Firma. Eine neue Kooperation mit Russland schloss sie vorerst aus.

    Die An-124 „Ruslan“ war bereits Ende der 1970er Jahre konzipiert worden und ist mit einer Nutzlast von 150 Tonnen bis heute noch das größte seriell gefertigte Frachtflugzeug der Welt. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden im russischen Uljanowsk mehrere Exemplare fertiggestellt, deren Bau noch zu Sowjetzeiten begonnen hatte. Die letzte Maschine rollte 2004 aus der Werkhalle.

    „Keine Chancen mit Ukraine“: Russland lädt Antonow-Konstrukteure ein >>

    In den vergangenen Jahren hatten Russland und die Ukraine vergeblich über eine gemeinsame Wiederaufnahme der Produktion verhandelt.

    Nach dem ukrainischen Umsturz 2014 ließ die neue prowestliche Regierung in Kiew sämtliche Industrie- und Handelsbeziehungen mit Russland kappen, um sich der EU zuzuwenden.

    Auch Antonow brach die Kooperation mit Russland ab und musste zwei Jahre später mangels Zulieferteilen die eigene Produktion stilllegen.

    Ende 2016 beantragte Antonow bei der Regierung in Kiew millionenhohe Subventionen. Mitte 2017 beschloss die ukrainische Regierung die Auflösung des Antonow-Konzerns und seine Übernahme durch den staatlichen Rüstungskonzern Ukroboronprom.

    In der vergangenen Woche teilte Juri Sytnik von der russischen Regierungskommission für Luftfahrt mit, dass Russland die An-124-Prodktion unter einem neuen Markennamen wiederaufnehmen könnte. Die Maschine solle dabei eine neue Avionik, ein neues Fahrwerk und neue Triebwerke erhalten.

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    Flugzeugbauer KB Antonow, Russland, Ukraine