18:08 18 August 2018
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump (Archiv)

    „Altmodisch berechnet“: Merkel will Trump Ökonomie beibringen

    © AFP 2018 / Brendan Smialowski
    Wirtschaft
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    Angesichts der US-Kritik an deutschen Exportüberschüssen hat die Bundeskanzlerin Angela Merkel während des CDU-Wirtschaftstages eine Neuberechnung der internationalen Handelsbilanzen gefordert, berichten deutsche Medien.

    „Die Handelsüberschüsse werden heute relativ altmodisch berechnet“, zitiert das „Hamburger Abendblatt“ Merkel am Dienstag.

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    Damit reagierte sie auf die anhaltende Kritik des US-Präsidenten, Donald Trump, wonach Deutschland und die EU einen Überschuss beim Güteraustausch hätten. Das solle die Verhängung von US-Strafzöllen auf Importe rechtfertigen. Jedoch erwähnt Trump immer nur den Warenaustausch.

    Der Kanzlerin zufolge sollen neben dem Warenaustausch auch die Dienstleistungen, deren Anteil ebenfalls zunehmen würde, in die Handelsbilanz einbezogen werden. „Wenn Sie mal nach den Dienstleistungen fragen und wenn die mit in die Handelsbilanz einbezogen würden, dann gibt es einen großen Überschuss der USA gegenüber Europa.“

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    Dazu komme, dass Deutschland in den USA viel mehr Geld investiere als umgekehrt.

    „Wir müssen unbedingt eine Modernisierung unserer Bilanzen haben, damit wir überhaupt über das Richtige sprechen“, forderte Merkel.

    Sie kündigte erneut eine Antwort seitens der EU und Kanadas auf die US-Zölle auf Stahl und Aluminium an. Zudem werde daran gearbeitet, im Zusammenhang mit der angedrohten Verhängung von US-Strafzöllen auf Importautos eine Eskalation zu vermeiden.

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    Am 9. Juni hatte Trump nach seiner vorzeitigen Abreise vom G7-Gipfeltreffen in Kanada nochmals mit Strafzöllen auf den Import von Autos in die USA gedroht. „Ich habe die US-Vertreter angewiesen, die Erklärung nicht zu unterstützen, da wir Zölle auf Automobile in Betracht ziehen, die den US-Markt überfluten“, schrieb der US-Präsident via Twitter.

    Zuvor hatte Trump Importzölle für Stahl und Aluminium sowie eine Reihe anderer Erzeugnisse aus der EU und Kanada angekündigt, was die Medien als möglichen Beginn eines „Handelskrieges“ bezeichneten.

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    US-Strafzölle, Warenverkehr, Importe, Autoindustrie, Warenumsatz, Dienstleistungen, Waren, Handelskrieg, Exporte, Zoll, Handel, Export, Import, Donald Trump, Angela Merkel, EU, EU-Länder, Europa, Deutschland, USA
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