23:38 21 August 2018
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    Ukraine: Naftogaz droht mit Gassperre in rund 130 Besiedlungspunkten

    © AFP 2018 / Sergey Bobok
    Wirtschaft
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    Der ukrainische Energiekonzern Naftogaz kann laut seinem Chef Andrej Kobolew die Gasversorgung in 129 Besiedlungspunkten des Landes stoppen, sollte die Regulierungsbehörde die Netzentgelte für die Gaslieferung nicht erhöhen.

    Kobolew richtete vor kurzem einen Brief an den ukrainischen Regierungschef, Wladimir Groisman, wie die ukrainischen Staatsmedien übereinstimmend berichten. Im Schreiben soll stehen, dass die Nationale Kommission für die Regulierung der Energie- und Dienstleistungsmärkte die Erhöhung der Gaspreise abgelehnt und sich geweigert hätte, die derzeit geltenden Tarife mit Netznutzungsentgelten zu ergänzen.

    „Die aktuelle Situation treibt uns zur Ergreifung von Maßnahmen. Wir müssen nun Teile des eigenen Gasversorgungssystems einfrieren, um die illegale Nutzung des Konzern-Eigentums zu unterbinden“, heißt es in der Erklärung.

    Naftogaz will laut Kobolew die gleiche Zahlung für den Betrieb seiner Gasnetze wie der Staat erhalten.

    Naftogaz hatte zuvor nach eigenen Angaben bei dem schwedischen Gericht beantragt, die Anteile von Gazprom an dessen niederländischen Tochtergesellschaften beschlagnahmen lassen zu dürfen. Dem Antrag sei stattgegeben worden.

    Außerdem sollen die Anteile an den Pipeline-Projekten Nord Stream AG und Nord Stream 2 AG des russischen Staatskonzerns eingefroren werden, so Naftogaz.
    Ende Mai hatte Gazprom bestätigt, dass Naftogaz Aktivitäten zur Zwangseintreibung der notwendigen Summe unternimmt.

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    Tags:
    Gaspreise, Tarife, Stockholmer Gericht, Gazprom, Naftogaz, Andrej Kobolew, Ukraine