17:47 19 Juli 2018
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    importierter Rindfleisch aus den USA in China (Archiv)

    Wie der Handelskonflikt zwischen den USA und China auf Russland abfärben könnte

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    Wirtschaft
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    Falls sich der Handelsstreit zwischen den USA und China international ausweitet, könnte auch die russische Wirtschaft beeinträchtigt werden, wie ein Experte befürchtet. Kurz zuvor hatte die IWF-Chefin vor Handelskriegen gewarnt.

    Alexander Knobel, Experte der Russischen Akademie für Volkswirtschaft und Staatsdienst, sagte der Zeitung „RBK“, dass ein globaler Handelskrieg unter Teilnahme Chinas, der USA und der EU in der Lage wäre, Russland auf doppelte Weise zu schaden.

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    Erstens werde das Wachstumstempo des russischen Bruttoinlandsprodukts bei einem solchen Handelskonflikt zurückgehen – wegen der Verlangsamung der Weltwirtschaft. Zweitens werde es zu einer Verbilligung von Metallen und Energierohstoffen kommen, die Russland exportiert, erläuterte Knobel.

    „Sollten die Handelskriege lokal begrenzt bleiben, könnte Russland frei gewordene Plätze auf Märkten (und solche Plätze wird es unvermeidlich geben) nutzen, um seine Exportmöglichkeiten auszubauen“, prognostizierte der Experte. Falls China etwa den Zugang von US-Agrarwaren auf seinen Markt einschränke, sei eine Erhöhung russischer Agrarexporte in dieses Land möglich, hieß es.

    Andererseits: Falls der Zugang chinesischer Waren auf den US-Markt eingeschränkt wird, werden diese Waren laut Knobel in China bleiben, was die Konkurrenz dort schüren und russische Exporte nach China in entsprechenden Branchen erschweren wird.

    Vor Handelskriegen hatte kürzlich die Chefin des Internationalen Währungsfonds IWF, Christine Lagarde, gewarnt. Der russische Auslandssender RT zitierte sie mit den Worten: „Im sogenannten Handelskrieg, den die gegenseitige Erhöhung von Zöllen stimuliert, gibt es keine Gewinner – nur Verlierer auf beiden Seiten.“

    Unilaterales Vorgehen im Handel könnte, wie die IWF-Chefin weiter betonte, für das Funktionieren der Weltwirtschaft kontraproduktiv sein. Lagarde ermahnte die USA zu einer konstruktiven Arbeit mit den Handelspartnern, um Zölle zu vermeiden.

    Mitte Juni hatte US-Präsident Donald Trump 25-prozentige Strafzölle auf chinesische Waren im Gesamtwert von 50 Milliarden Dollar verkündet. Als Begründung warf er China einen unfairen Handel vor. Die US-Restriktionen sollen am 6. Juli in Kraft treten. Im Gegenzug beschloss auch China Importzölle auf US-Waren im selben Gesamtwert. Zuvor war die Entscheidung des US-Staatschefs, Stahl- und Aluminium-Lieferungen aus dem Ausland mit Strafzöllen zu belegen, international auf Kritik gestoßen.

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    Der russische Asien-Pazifik-Experte Wladimir Terechow kommentierte für Sputnik, Trumps harte Rhetorik gegenüber China sei Teil eines komplizierten Spiels, um die Regierung in Peking zu gewissen Zugeständnissen zu bewegen – nicht unbedingt im Handelsbereich.

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    Tags:
    Erhöhung, Kritik, Waren, Konkurrenz, Agrarindustrie, Import, Strafzölle, IWF, Donald Trump, Cristine Lagarde, USA, China
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