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06:30 16 Juli 2019
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    Nord Stream-Pipeline-Bau (Archiv)

    Deutscher Gazprom-Partner: Großes Risiko von „Sekundär-Sanktionen“ für Nord Stream 2

    © Sputnik / Igor Zarembo
    Wirtschaft
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    Natalia Pawlowa
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    Der deutsche Partner von Gazprom für den Bau von Nord Stream 2 hat mögliche sekundäre US-Sanktionen als „großes Risiko“ für die Projektteilnehmer bezeichnete. Zuvor hatte das US-Außenministerium allen Investoren der russischen Pipeline Sanktionen angedroht.

    Mögliche Sanktionen der USA gegen Nord Stream 2 sind „extrem gefährlich“ für die europäischen Partner von Gazprom, die an diesem Projekt beteiligt sind, sagte Uniper-Geschäftsführer Reiner Hartmann nach der Konferenz der Assoziation des europäischen Business (AEB) in Moskau im Gespräch mit Sputnik.

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    „Das sind die so genannten sekundären Sanktionen, die quasi jeder Zeit gegen die westlichen Teilnehmer am Pipeline-Projekt Nord Stream 2 verhängt werden können. Das ist eine sehr kritische Situation, die wir genau beobachten müssen. Denn wir sind dabei, uns mit vier anderen Partnern an der Finanzierung zu beteiligen, das ist so vorgesehen. Sollten diese sekundären Sanktionen von den USA verhängt werden, dann wird es sehr kritisch für uns.“

    Das Unternehmen habe Zeit für endgültige Investitionsentscheidungen und es hoffe, dass die Regierung und die Europäische Kommission dies mit den USA diskutieren werden, so Hartmann. Sonst würden Uniper und Shell bankrottgehen. Dies sei ein echtes Risiko für alle fünf europäischen Mitglieder des Projektes. Uniper ist Mitglied des Konsortiums von Nord Stream 2-Investoren mit Engie, OMV, Shell und BASF.

    Die Gründe, warum Nord Stream 2 gebaut werden muss, formulierte Uniper-Geschäftsführer Reiner Hartmann wie folgt:

    „Zum ersten ist die Nord Stream 2 im Transportweg um 2.000 Kilometer kürzer als das Transitsystem, das man jetzt durch die Ukraine benutzt. Der zweite Punkt: Man müsste in das ukrainische existierende Transportsystem Milliarden US-Dollar investieren, um es so zu machen, dass es für die nächsten 30 Jahre wieder stabil wird. Da sehe ich das Problem, dass das Geld dafür nicht aufgebracht wird, und dass die Nord Stream 2 eine interessante Alternative zu dem existierenden Transitsystem durch die Ukraine ist.“

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    Die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und Russland im Energiebereich sei eine gegenseitige Abhängigkeit, so Hartmann. Die Politisierung der Frage verstehe er nicht.

    „Ich persönlich bin sehr überrascht über diese Panikmache im Europäischen Parlament und auch in der EU überhaupt, dass wir in eine Abhängigkeit geraten von russischen Energielieferungen. Niemand spricht von Kohle und von Erdöl – da kriegen wir eine Menge aus Russland –, aber alle sprechen vom Gas. Bisher war Russland seit über 50 Jahren, wie wir es bewerten können, ein zuverlässiger Partner. Er hat geliefert und er hat die Verträge gehalten. Und warum soll man da jetzt einen Wechsel vornehmen und das Risiko eingehen mit neuen Überlegungen, ob man jetzt Gas von Amerika einkaufen soll? Ich bin mit der russischen Regierung einverstanden – Nord Stream 2 wird gebaut.“

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    Tags:
    Gaslieferung, Sanktionen, Nord Stream 2, Gazprom, USA, Russland