10:19 23 Oktober 2018
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    Zollbeamte Russlands (Archiv)

    Reaktion auf US-Zölle: Russland führt „Kompensationsmaßnahmen“ ein

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    Wirtschaft
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    Dieser Schritt ist bereits erwartet gewesen, nun ist er vollzogen: Als Antwort auf US-Zölle hat die Russische Föderation nun Zölle auf zahlreiche amerikanische Waren eingeführt. Das russische Wirtschaftsministerium bezeichnete die neuen Grenzabgaben für US-Waren als „Kompensationsmaßnahmen“.

    Nach Angaben des russischen Wirtschaftsministeriums werden die neuen Zölle zwischen 25 und 40 Prozent betragen und US-Waren betreffen, deren Analoga auch in Russland hergestellt werden. Dazu sollen vor allem Bautechnik, Technologien im Öl- und Gassektor sowie Maschinen der Metallindustrie zählen.

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    Das Gesamtvolumen der Antwortzölle wird zum jetzigen Zeitpunkt auf 87,6 Millionen Dollar pro Jahr geschätzt — nach den WTO-Regeln hat Russland das Recht auf diesen Ausgleich. Weitere 450 Millionen sollen in drei Jahren oder per WTO-Beschluss folgen, falls die Organisation beschließt, dass die US-Maßnahmen gegen ihre Regeln verstoßen.

    „Die Kompensationsmaßnahmen werden in Form von zusätzlichen erhöhten Einfuhrabgaben in Höhe von 25 bis 40 Prozent des Preises der eingeführten Waren eingesetzt", erklärte der russische Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin.

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    Oreschkin zufolge werden die Verluste durch die US-Handelsbeschränkungen für russische Exporteure auf 537,6 Millionen Dollar geschätzt.

    Die USA hatten im März Strafzölle im Umfang von zehn beziehungsweise 25 Prozent auf Importe von Stahl und Aluminium eingeführt. Washington begründete diese Entscheidung mit nationalen Sicherheitsinteressen. Am 31. Mai hatten die USA diese Zölle nach fruchtlosen bilateralen Verhandlungen fast gegen alle Länder verhängt, einschließlich der EU und Kanada. Auch Russland wurde von den Maßnahmen betroffen und bezeichnete sie als unrechtmäßig.

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    Bereits Ende Mai hatte Russland die WTO über die mögliche Einführung von Gegenmaßnahmen auf US-amerikanische Waren in Höhe von 537,6 Millionen Dollar pro Jahr als Reaktion auf Washingtons Zölle auf Stahl und Aluminium informiert. Wie Oreschkin im Juni mitteilte, soll Russland Zölle für die Importe von Straßenbautechnik und mehreren anderen Waren einführen. Arzneimittel sollen jedoch nicht auf der Einschränkungsliste stehen.

    Im Juni führten die USA Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe von chinesischen Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar ein. Laut einer Erklärung des chinesischen Handelsministeriums schaden die US-Handlungen den globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten ernsthaft. Sie haben Tumulte an den Märkten ausgelöst. China werde mit anderen Ländern an einer Gewährleistung des freien Handels arbeiten.

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    Tags:
    Aluminium, Zölle, Stahl, Gegenmaßnahmen, Maxim Oreschkin, Dmitri Medwedew, USA, Russland