09:21 22 August 2018
SNA Radio
    Donald Trump und Xi Jinping

    Die Welt wird „zappeln“ – Experten über Folgen des Handelskriegs

    © AFP 2018 / NICOLAS ASFOURI
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    1360

    Der IWF warnt vor dem Verfall von den Welthandelsprinzipien, der Unterbrechung der globalen Versorgungskette und der Verstärkung von Handelshindernissen. Anlass zur Sorge geben die gegenseitigen Zölle zwischen den USA und China. In diesem Zusammenhang hat RIA Nowosti Meinungen verschiedener Experten zusammengetragen.

    Galina Kuznetsova, Dozentin an der „National School of Public and Business Administration RANEPA“ in Moskau: „Ich denke, dass die ganze Welt „zappeln“ wird aufgrund der gegenseitigen Erklärungen über verstärkte Zollgebühren. Die Handelspolitik wird sich verschärfen.“ Makroökonomische Strukturen werden sich aufgrund höherer Preise ändern. Trotzdem wird die Liberalisierung des Marktes voranschreiten. „Das ist ein globaler Trend (…) Der freie Handel ist im Interesse transnationaler Konzerne. Sie werden sich dafür einsetzen, dass die Wirtschaft liberalisiert wird", präzisiert Kuznetsova.

    Im Gegenzug glaubt der Vizerektor der Finanzuniversität unter der russischen Regierung, Alexej Zubets, dass es keine Rückkehr zur Liberalisierung geben wird. „Dieses Durcheinander der Vereinigten Staaten von Amerika kann nicht zurückgespult werden. Es ist ein Versuch, die Mittelklasse neu aufzustellen. Die Wirtschaftspolitik von Präsident Trump wird von mehr als der Hälfte der amerikanischen Bevölkerung unterstützt. Deswegen wird der nächste Präsident gezwungen sein, in die gleiche Richtung zu gehen: US-Märkte vor Billigimporten schützen, Industrie neu schaffen“ Die Deglobalisierung hat jetzt begonnen und Handelsvereine", die für Außenstehende geschlossen sind, werden im Binnenmarkt geschaffen, glaubt Zubets.

    „Einen einzigen weltweiten Freihandelsraum wird es nicht geben.  Eine Möglichkeit könnte das Dreieck Russland — EU — China sein. Das bedeutet die Schaffung eines gemeinsamen eurasischen Raums von Lissabon nach Shanghai. Das kann eine der Scherben eines verfallenden gemeinsamen Handelsraums sein. So werden wir (die Russische Föderation, Anm. d. Red.) zu den Akteuren gehören, die die Politik auf diesem Markt bestimmt. Wir werden Energielieferant für China, Europa und weitere Länder. Wieso nicht?“

    Laut der Direktorin des Russischen Forschungszentrum „APEC Study Center“ Tatiana Flegontowa gehe der Trend zurück zu neuen bilateralen Handels- und Wirtschaftsblöcken anstatt zu megaregionalen Projekten.  „Es ist wichtig zu beachten, dass dies nur große Blöcke zwischen Großmächten sind", merkte sie an „Die Schlüsselwerkzeuge sollten in erster Linie darauf ausgerichtet sein, unsere (russischen, Anm. d. Red.) Produzenten zu unterstützen und ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit zu entwickeln."

    Im März führten die USA Einfuhrzölle auf die Lieferung von Stahl mit einer Rate von 25% und zehn Prozent für Aluminium ein. Sie erklärten dies durch Erwägungen der nationalen Sicherheit. In Bezug auf die Europäische Union und einige andere Länder traten die Maßnahmen ab Juni in Kraft. Praktisch alle Staaten kündigten eine Spiegelantwort an.

     

    Zum Thema:

    Frankreich: Handelskrieg zwischen EU und USA hat begonnen
    US-Handelskrieg: China kündigt Vergeltung an
    Handelskrieg unter Nachbarn? Kanada wird Strafzölle auf US-Waren einführen
    Auch Indien tritt in den Handelskrieg ein
    Nicht schaden, sondern beflügeln: Experten bewerten Folgen von Handelskrieg für China
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren