06:35 16 November 2018
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    Bundesregierung bremst Chinesen aus: Keine Beteiligung an deutschem Stromnetz

    CC BY-SA 3.0 / Ingbife / Eigenes Werk
    Wirtschaft
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    Sicherheitspolitische Erwägungen hätten den Ausschlag gegeben, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Der chinesische Staatskonzern SGZZ wollte beim Stromversorger 50Hertz einsteigen. Stattdessen sicherte sich die KfW-Bank die Anteile.

    Laut der deutschen Presseagentur (DPA) ist damit der Einstieg der chinesischen Investoren in das deutsche Stromnetz zum zweiten Mal gescheitert. Der Staatskonzern SGZZ wollte sich ein Fünftel von 50Hertz sichern. Das Unternehmen versorgt etwa 18 Millionen Einwohner mit Strom – und bleibt auch künftig ohne Einfluss aus China. Möglich macht das das Eingreifen der Bundesregierung.

    Die staatliche KfW-Bank übernimmt zwanzig Prozent Anteile an 50Hertz. Das geschah durch ein Finanzmanöver: Der belgische Energieversorger Elia machte von seinem Vorverkaufsrecht Gebrauch und erwarb die freien Anteile vom australischen Investmentfonds IFM, wie das Unternehmen mitteilte. Dieser Anteil wird nun unverzüglich zu denselben Bedingungen an die KfW weiterverkauft.

    „Schutz kritischer Energieinfrastrukturen“

    50Hertz-Chef Boris Schucht erklärte in einer Pressemitteilung, der Einstieg der KfW zeige, wie elementar wichtig das Übertragungsnetz als Teil der kritischen Infrastruktur des Landes sei.

    „Dieses Engagement ist auch ein starkes Bekenntnis der Bundesregierung zur Energiewende in Deutschland, das wir sehr begrüßen.“

    Das Bundeswirtschaftsministerium sagte, die Bundesregierung habe aus „sicherheitspolitischen Erwägungen ein hohes Interesse am Schutz kritischer Energieinfrastrukturen“. Bevölkerung und Wirtschaft erwarteten eine zuverlässige Energieversorgung.

    SGCC ist der staatliche chinesische Netzbetreiber und lag 2017 mit fast 350 Milliarden Dollar Umsatz und 1,6 Millionen Mitarbeitern auf Platz zwei der „Fortune Global 500“-Liste der weltgrößten Unternehmen. Der Konzern expandiert im Ausland und hat Beteiligungen unter anderem in Italien und in Portugal gekauft. Schon im Frühjahr war ein Versuch des chinesischen Investors, bei 50Hertz einzusteigen, gescheitert.

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    Tags:
    Erneuerbare Energien, Energiemarkt, Energie, Netz, Strom, Kreditanstalt für Wiederaufbau SGCC, 50Hertz, KfW-Bank, Deutschland, China